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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Tausende Lehrer in Sachsen streiken

090311 LehrerstreikDresden – Sachsens Lehrer wollen eine bessere, vor allem aber eine gerechtere Bezahlung. Tausende traten deshalb am Dienstag in den Warnstreik und demonstrierten in Dresden. Dort sprach auch der Finanzminister und brachte die Massen gegen sich auf.

 

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche haben tausende sächsische Lehrer gestern die Arbeit niedergelegt und für eine bessere Bezahlung und die Einstellung junger Kollegen demonstriert. Zu einer Kundgebung vor dem Dresdner Finanzministerium kamen nach Angaben der Veranstalter rund 17 000 Pädagogen aus dem ganzen Freistaat. Am Warnstreik beteiligten sich nach Schätzungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa 20 000 Lehrer. An mindestens drei Viertel aller Schulen sei der reguläre Unterricht ausgefallen, hieß es. Hintergrund sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst, die heute und morgen in Potsdam in die nächste Runde gehen. Die Aktion in Sachsen war die größte in den neuen Bundesländern.


 Sachsens GEW-Chefin Sabine Gerold warf der Arbeitgeberseite vor, die verschiedenen Berufsgruppen im öffentlichen Dienst gegeneinander ausspielen zu wollen. Die Lehrer fordern mehr Geld, aber auch eine gerechtere Eingruppierung. „Entweder es gibt ein gutes Verhandlungsergebnis oder es gibt Streik“, drohte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt.


Schon am Vormittag waren zahllose Busse – auch aus dem Vogtland – angekommen, überall in Dresden zogen Gruppen streikender Lehrer mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen umher. „Pisa oder Pleite?“ oder „Schule ist kein Sparschwein“, stand auf den Plakaten. Finanzminister Georg Unland (CDU), der in den Tarifverhandlungen mit am Tisch sitzt, stellte sich den Protesten und verwies auf die noch immer krisengeschüttelten öffentlichen Haushalte. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst hätten – anders als viele andere – in der Krise weder ihre Jobs verloren noch Gehalt eingebüßt. „Die Gewerkschaften müssen verstehen, vor welchem Hintergrund wir hier verhandeln“, sagte er. Die Demonstranten ließen das nicht gelten. Sie pfiffen und buhten den Finanzminister aus und drehten ihm den Rücken zu. Gerold sagte, sie sei „maßlos enttäuscht“ von Unlands Auftritt. va

 

2011-03-10




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