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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Erneut in Plauen Baby in Klappe abgelegt
Plauen – Es ist wieder passiert. Am Donnerstagmorgen wurde das Jugendamt des Vogtlandkreises seitens des Vereins Karo informiert, dass am Mittwoch, in den Abendstunden, in der Babyklappe des Vereins ein Säugling abgelegt wurde.
Dem Kind habe ein Zettel beigelegen, der jedoch nicht eindeutig zu entziffern sei. Die Rettungsleitstelle war über den installierten Alarm informiert worden. Der Rettungswagen brachte das Kind daraufhin ins Helios Vogtland-Klinikum Plauen.
Wie das Klinikum gestern informierte, wurde das Kind dort sofort aufgenommen und medizinisch betreut. Es handelt sich bei dem Säugling um ein Mädchen. Das Kind sei nach ersten Untersuchungen wohlauf, bleibe noch in Beobachtung und könne aus heutiger Sicht in ein paar Tagen in die Obhut einer Pflegefamilie gegeben werden. Der Fall des kleinen Mädchens stehe aus gegenwärtiger Sicht in keinem Zusammenhang mit dem vor einigen Wochen auf gleichem Wege ins Klinikum gelangten Baby Leon. Das Jugendamt hat unverzüglich die für den Verfahrensablauf notwendigen Maßnahmen eingeleitet, das Familiengericht kontaktiert und einen Antrag auf Bestellung eines Vormunds für ein Kind ohne elterliche Sorge gemäß Paragraf 50 Absatz 3 SGB VIII gestellt.
Bis auf Weiteres ist das Jugendamt des Vogtlandkreises für das Wohl des Kindes und dessen Perspektive voll verantwortlich und wird entsprechend seines gesetzlichen Auftrages handeln. Das kleine Mädchen ist – nachdem vor sechs Wochen den Behörden auf selbigem Weg anvertrauten kleinen Jungen Leon – das zweite Kind, das in der Babyklappe des Vereins Karo abgelegt wurde. Der kleine Leon ist gesund und munter. Er befindet sich in einer Pflegefamilie.
Bis zum Ablauf der 8-wöchigen Frist für die leibliche Mutter, sich doch noch zu melden, wird er dort bleiben. Danach regeln der bestellte Amtsvormund des Landratsamtes und die Adoptionsvermittlungsstelle Westsachsen gemeinsam den weiteren Ablauf. Es gilt, eine geeignete Adoptionsfamilie zu finden, in der Leon perspektivisch sein Leben verbringen wird. Bis die Adoptionsfamilie dann das Sorgerecht zugesprochen bekommt, bleibt die Vormundschaft beim Jugendamt des Landratsamtes Vogtlandkreis. Zum Wohl der betroffenen Kinder wird keine Fotoerlaubnis erteilt.
Die Klappe wurde einen Tag vor Heilig Abend, am 23. Dezember 2008, in Betrieb genommen und befindet sich in der Nähe des Unteren Bahnhofs. Erstmals wurde ein Säugling in diesem Jahr – in der Nacht vom 23. zum 24. Juli – in der Babyklappe abgelegt. Auch da verlief alles reibungslos. Rettungskräfte waren rechtzeitig am Einsatzort und brachten Leon ins Vogtland-Klinikum. va
2010-09-11
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