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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Der Kampf um die Muscheln des Vogtlandes
Mühlhausen – 300 von insgesamt 3000 Jungmuscheln, die gerade einmal zwei Zentimeter groß sind aber bereits sieben Jahre alt, wurden am Donnerstag vor großem Medieninteresse in den Raunerbach bei Mühlhausen, an der sächsischen Wiege der Flussperlmuschel, eingesetzt.
Einst gab es hier ganze Muschelbänke, soviel, dass sie die Bauern ihren Schweinen zu fressen gaben, berichten historische Unterlagen. Im 19. Jahrhundert gar, sei hier die Perlenfischerei entstanden und hätte die Region bekannt gemacht. Eine Kette aus 177 Flussperlen zählt heute noch zu den wertvollsten Schätzen im Grünen Gewölbe, bringt Landrat Dr. Tassilo Lenk die Geschichte der vogtländischen Flussperlmuschel vor den gut 50 Gästen die aus Dresden, Tschechien, Chemnitz und dem Vogtland, die zur Wiederaussetzung der Jungmuscheln gekommen waren, in Erinnerung.
Die Verjüngung des noch vorhandenen Bestandes von etwa 2000 Muscheln sei unbedingt notwendig, begrüßt er die Aktion, die vom Angelverband Südsachsen Mulde/Elster unterstützt werde. Denn vor 200 Jahren gab es die Flussperlmuschel noch auf 125 Kilometern in 13 Flussläufen des Vogtlandes, heute gäbe sie es noch in zwei, im Raunbach und im Triebelbach. Bis man die Flussperlmuschel von der roten auf die weiße Liste nehmen könnte, würden noch viele Jahre vergehen.
Selbst den Erfolg der Wiederaussetzung der 3000 Jungmuscheln könnte man erst in zehn bis fünfzehn Jahren messen, so der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LULG) Norbert Eichkorn. Der Verschluss des feinen Kieseluntergrundes in den Bächen durch Feinsedimente aus Land- und Teichwirtschaft sowie Ufererosion, Baumaßnahmen und erhöhte Nährstoffeinträge aus Siedlungsgewässern würden den Lebensraum der Muscheln beinträchtigen, sagt Eichkorn. Noch in diesem Winter plant sein Amt Weiterbildungen für Bauern zum Thema Wasser- und Bodenschutz.
In enger Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Naturschützern aus Sachsen, Bayern und der Region Karlsbad regte Lenk die Schaffung eines Muschelkoordinators an. Ähnlich, wie man sich in der Lausitz um die Wölfe bemüht, so der Kreischef, der dann schließlich selbst in den Bach stieg und dreißig Jungmuscheln ein neues Zuhause gab. Die 300 Muscheln wurden an zehn verschiedenen Stellen im Rauner Bach eingesetzt.
2009-10-09
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