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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Plauenerin vor Genua ertrunken

280910 GenuaPlauen/Genua –Die Meldungen der Nachrichtenagenturen waren zunächst recht unterschiedlich. Gewissheit herrschte lediglich darüber, dass in der italienischen Hafenstadt Genua zwei deutsche Touristen tödlich verunglückt waren, als sie am Sonntagmorgen die aus Sardinien kommende Fähre verlassen wollten.

 

Erst Anfang der Woche wurden Details bekannt. Danach handelt es sich bei den Opfern um einen 29-jährigen Stuttgarter und dessen 28-jährige Begleiterin. Die junge Frau stammt, wie die Polizeidirektion Südwestsachsen gegenüber dem Vogtland-Anzeiger bestätigte, aus Plauen. Zum Zeitpunkt des Gespräches war zudem noch unklar, ob ihre in Plauen lebenden Eltern bereits über das schreckliche Unglück informiert waren – es hieß, sie seien erst gestern Abend erreichbar.


Nichts deutete in Genua auf die nahende Katastrophe hin. Die Fähre „Otta“ der Gesellschaft Moby Lines mit über 1900 Passagieren und 500 Fahrzeugen an Bord, hatte kurz nach 9 Uhr am Sonntag bei sonnigem Wetter und ruhigem Hafenwasser festgemacht. Augenzeugen beobachteten, wie sich das Schiff in dem Moment bewegte, als die beiden Deutschen es mit ihrem in Stuttgart gemieteten Fahrzeug verlassen wollten. Plötzlich habe ein zehn Meter breiter Spalt geklafft, das Auto sei von der Laderampe in das an dieser Stelle acht Meter tiefe Meer gestürzt. Sofort sei der Ford Focus unter die Oberfläche des von den Fährenmotoren aufgewühlten Meeres gezerrt worden.


Während Philipp H. der Ausstieg in letzter Sekunde gelingt, wurde das Auto für Melanie S. zur Todesfalle ohne Entrinnen. Aber auch für den Mann kommt trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche jede Hilfe zu spät. Erst am Sonntagnachmittag konnte die Frau von Tauchern der Feuerwehr tot geborgen werden. Etwas zeitgleich wurde auch das Fahrzeug an Land gezogen. Vor den beiden Deutschen hatten bereits 40 Pkw die Fähre verlassen. Unvermittelt seien die Motoren des Schiffes aber wieder angesprungen und hätten die Fähre nach vorn bewegt. Geistesgegenwärtig sei es einem anderen Passagier noch gelungen, den Rückwärtsgang einzulegen und auf das Schiff zurückzufahren. Dieses Glück blieb den beiden deutschen Touristen versagt.


Die genaue Unfallursache ist noch unklar, mit der Autopsie wurde gestern begonnen. Die Behörden halten eine technische Störung als Unfallursache für weniger wahrscheinlich. Das 35 Jahre alte Schiff, einst in Schweden im Einsatz, kommt noch ohne computergesteuerte Automatiken aus. „Wir können einen menschlichen Fehler nicht ausschließen“, wird der zuständige Staatsanwalt Biagio Mazzeo in den italienischen Medien zitiert. Die Reederei Moby Lines bescheinigte dem Kapitän eine große Erfahrung, mit über elf Jahren Dienst auf der Kommandobrücke. Giuseppe Vicidomini soll zum Zeitpunkt des Unglückes allerdings nicht auf der Brücke gestanden, sondern den Lotsen zurück zu dessen Schiff begleitet haben.  red

 

2010-10-02




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