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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener Trogisten laden zum Vaschingsvergnügen
Plauen – „Kurz nach der Wahl hieß es dann der OB geht nach Dresden. OB, sagte ich, das habe ich nicht in die Welt gesetzt, solche Intrigen werden bei uns hier geLenkt. Aber stellen Sie sich doch mal vor, der OB wäre tatsächlich nach Dresden gegangen.
Dann wäre mein Manfred, mein Bürgermeister, der Kyrill von Plauen, nachgerutscht“, brachte Lutz Reinhardt – der Rathauselektriker, die Leute zum Grölen. Zum 62. Mal lud der TVF (Trogisten Vaschings Fergnügen) am Samstag in die Festhalle in Plauen, zum Weinfest ein. Ganz nach alter Tradition marschierte der TVF mit seinen Bühnengästen ein und wurde mit einer Menge Krach von der Alt-Haselbrunner Feuerwehrkapelle begleitet. Bereits vor dem eigens eingeübten Programm wurde getanzt und die Stimmung wurde schnell sehr ausgelassen.
Die kleinen und großen Mädchen der Tanzgruppe „Vergissmeinnicht“ zeigten einen Stepptanz und eine Choreografie als „Pflaumetoffel“, einem Zwetschgenmännchen, das aus getrockneten oder Backpflaumen gefertigt wird und auf dem Dresdner Striezelmarkt bekannt wurde.
Für die Lacher und die eine oder andere Spitzfindigkeit waren der Rathauselektriker sowie ein „Vertreter der Handwerkskammer“, in einer Person, zuständig. So wurden die Ergebnisse einer Studie für Arbeitsethik von der Uni Görlitz aus einem Vergleich von polnischen und deutschen Handwerkern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Was im gleichen Atemzug erklärte, wie aus einer falschen Muffe und einem Lehrling Muffensausen entsteht, warum Lehrlinge meist nur doof wie 100 Meter Feldweg daneben stehen, und warum dafür jetzt Thrombosestrümpfe vorgeschrieben werden. Es mache aber auch den Begriff Standort Deutschland logisch und ließ Ethnologen heraus finden, dass das Danebenstehen eines Lehrlings mit noch offenem Mund ein Sicherungssystem ist. „Solange er den Mund auf hat, atmet er noch“, hieß es.
Wem in nächster Zeit Reparaturen ins Haus stehen, der bekam einen Crashkurs in Sachen Handwerkerauswahl, gehören doch zu den vier wichtigsten Sätzen in einer Ausbildung folgende: „Oh, oh, oh das wird teuer“ – bedeutet einen Aufschlag auf den Kostenvoranschlag in Höhe von 50 Euro pro oh. „An Ihrer Stelle würde ich alles neu machen. Das war ich nicht, das war schon vorher kaputt, und brauchen Sie unbedingt eine Rechnung?“, belegen dann die weiteren Plätze.
Auch den „Massenrücktritt“ eines bekannten Plaueners kommentierte Reinhardt mit dem Vergleich zu einer Fliege. Die habe auch ein sehr kurzes Kurzzeitgedächtnis, besonders diese eine Gattung der Stubenfliege. Und während der eine oder andere Genosse der Sache nicht traue, fand er sogleich wieder den Übergang zu seinem Lieblingsbaubürgermeister, dem „Erfinder des ratlosen Gesichtsausdrucks“. „Wenn die Straße von Kauschwitz nach Syrau jetzt vierspurig ausgebaut wird und dort richtig entlang gerast werden kann, dann wird es in paar Jahren vielleicht nicht heißen, er habe alles richtig gemacht, aber die Autobahn hat er gebaut.“
Ein weiteres Highlight präsentierte das TVF-Showballett. In einer Hommage an Michael Jackson präsentierten sie ein Medley aus fünf Liedern, die völlig unterschiedlich sind und doch zu den besten seiner Karriere gehören. Im großen Finale ging es dann eher wieder in die Schlagerrichtung, wo DJ Ötzi, Katja Ebstein und Markus Becker gemeinsam die Bühne rocken und auf dem „roten Pferd“ das „Lasso raus holten“, um „immer wenn‘s am schönsten ist“ ohne „Theater“ ins „Pizza Hut“ „auf nach Malle“ ritten.
Ein Pyrotechnik-Feuerwerk krönte das Programm und gab den Startschuss zum Sturm der Tanzfläche, wo um den einen oder anderen bunten Luftballon gekurvt werden musste. Für reichlich Musik sorgten OB live und die Discothek Alpha. Die Stimmung war prächtig, die Tanzfläche voll, Bier und Wein flossen – rundum ein gelungener Abend.
Von Stefanie Rössel
2009-11-16
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