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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Plauen – Die Hiobsbotschaften von Produktionsverlagerungen und Wegfall von Arbeitsplätzen wollen im Vogtland einfach kein Ende nehmen. Seit Dienstag wissen die 440 Mitarbeiter der Philips Technologie GmbH in Plauen (ehemals Narva), dass der Konzern 150 Arbeitsplätze abbauen will – und damit jeder Dritte von ihnen arbeitslos wird.
Erst einen Tag vor ihnen hatte der Betriebsratsvorsitzenden Andreas Rother bei einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Unternehmens in Hamburg erfahren, dass der Konzern die beiden kompletten Produktionslinien für Halogen-Autolampen vom Typ H 4 von Plauen nach Polen verlagern will. Die Crux an der Sache: In die Partnerstadt Pabianice.
“Die zwei H4-Fließlinien sind unser Herzstück. Die zwei Fließlinien garantierten im Schnitt pro Jahr 18 Millionen solcher Lampen, rund ein Drittel der Gesamtproduktion. Wenn sie jetzt wegfallen ist natürlich auch ein Drittel des Grunddeckungsbeitrages für die anfallenden Personalkosten futsch. Das kostet 150 Arbeitsplätze bei uns. Betroffen ist auch die Behindertenwerkstatt in Stelzen, in der seit vielen Jahren etwa 20 Mitarbeiter diese Halogenlampen verpacken, sowie externe Dienstleister“, rechnet Rother vor.
Seit 26 Jahren werden in Plauen die vor rund 40 Jahren entwickelten H4-Lampen, die als Ersatzlampen in den Autoscheinwerfern vor allem von Kleinwagen eingesetzt werden, montiert. Und gerade bei Ersatzteilen, bei denen die Qualitätsforderungen nicht so hoch sind wie bei der Erstausstattung, ist der Konkurrenzdruck durch Billiganbieter aus Fernost groß. „Mit den H4-Lampen bewegen wir uns immer an der Grenze der Kostendeckung. Und es ist davon auszugehen, dass die Preise weiter nach unten gehen“, sagte Werkleiter Gerhard Liebscher: „Bei 70 Prozent weniger Lohnkosten in Polen können wir einfach nicht profitabler fertigen.“
Die Verlagerung der Produktion nach Polen soll in zwei Schritten erfolgen und bis zum dritten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Bei anderen Produkten, die heute rote Zahlen schreiben, will das Unternehmen gleichzeitig durch eine Bereinigung des Portfolios und eine veränderte Preisgestaltung wieder profitabel werden. „Wir bedauern diesen harten Schnitt und es tut mir persönlich leid, dass wir trotz des außerordentlichen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu dieser Maßnahme gezwungen sind“, so Liebscher. „Immerhin ist es uns gelungen, zusätzliche Mittel für Erweiterungen der Fertigung von wettbewerbsfähigen Produkten nach Plauen zu holen. Wir werden mehrere hunderttausend Euro in die Fertigung unserer erfolgreichen Halogenlampen – vom Typ H7 sowie der Miniaturlampe – investieren.“ Vor zweieinhalb Jahren sei bereits groß in die Fertigung der H7-Hartglaslampen, für die Plauen im Philip-Konzern Kompetenzzentrum ist, investiert worden.
Eine weitere Anlage soll aus eigener Kraft und mithilfe von Aachener Kollegen bis August umgebaut werden. Dann sollen statt der gegenwärtig sieben Millionen H7-Ersatzlampen jährlich weit über zehn Millionen Stück produziert werden. Nach der Durststrecke und Kurzarbeit im vergangenen Jahr arbeiten die Plauener seit Jahresanfang dreischichtig sieben Tage die Woche. Die Auftragsbücher sind voll. „Wir haben in der dunklen Jahreszeit mehr Aufträge als im Sommer. Unser Geschäft ist ein saisonales“, so Liebscher. Auch deshalb versteht die Belegschaft nicht, dass gerade jetzt, wo sie rund um die Uhr Aufträge abarbeitet, die Hiobsbotschaft von der Verlagerung der Produktion kommt.
In Pabianice werden derzeit von 180 Mitarbeitern hauptsächlich Signalgeberlampen (Blinker) produziert. Erfahrungen mit H4-Lampen gibt es keine. Ein Teil der entlassenen Plauener wird wohl dort die Mitarbeiter anlernen müssen. Karl Hegner von der IG Metall fordert wie der Betriebsrat von den Philips-Verantwortlichen ein klares Bekenntnis zum Standort Plauen. MT
Mehr dazu in unserer heutigen Tagesausgabe.
2010-05-19
Kommentar von _ich am 19.05.2010; 10:01:10 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Das ist der Anfang vom Ende...Kommentar von _schon zuhause heute... am 19.05.2010; 15:51:54 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Plauen wird nicht nur aus Rathaus und Krankenhaus bestehen.Diese Aussage ist quatsch.Was ist mit Arbeitsamt und Seniorenheimen? Kik und AWG. NKD und 1 € Shop.Kommentar von _Mitbetroffener am 19.05.2010; 19:55:17 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
warum schießt die hochgelobte deutsche Regierung Geld, dass das Volk und die Unternehmen im Land wesentliche mehr brauchen, lieber ins Ausland? Wo es genausogut verbrannt werden kann und eh nicht zurückkommt?!?!?!? Wo ist die Regierung bei solchen Dingen? sie verstekt sich...Kommentar von _Brigittes Ulrike am 20.05.2010; 17:05:20 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Plauen? In ein paar Jahren wird man mit diesem Namen eher das Sterben einer noch halbwegs guten Infrastruktur verbinden als das immer gelobte vogtländische Kompetenzzentrum. Tja, was soll´s, beklagen wir lieber die sinkende Geburtenrate und den demografischen Wandel anstatt als bodenständiger Politiker endlich die versprochenen Wahlversprechen in die Tat umzusetzen. So schmeckt das Büffet und der Champus ja auch besser. Gelle, Herr Lenk?Kommentar von _Zeus am 20.05.2010; 22:44:16 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Seit längere Zeit "ernten" wir die "Früchte" der Hochlohnpolitk (Hochsteuer- und Hochverschuldungpolitik). Die "Früchte" werden mit der Zeit immer größer.Kommentar von _ein Ehemaliger am 21.05.2010; 02:29:08 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!" oder frei nach dem Motto was interessiert mich mein Geschwätz von gestern... Ab einem Jahresgehalt von über 40.000 € geht die Moral flöten. Hinhaltetaktik, Halbwahrheiten, Lügen. Lasst euch das nicht gefallen !!! Egal, wie der Winter in Lottengrün war! Auf einen heißen Sommer - nicht nur in der Brenndauer und neben der "Quetsch".Kommentar von _Nachdenken am 22.05.2010; 17:49:56 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Fragt mal jemand ernsthaft, warum "die" nach Polen gehen? Die Aussage vom BR Hegner "..es gehe nicht nur um Euro und Cent sondern um Qualität und Fachwissen ( FP vom 19.5.10) ist an Hirnlosigkeit kaum mehr zu überbieten. Es geht nur (!) um Euro und Cent. Und die Polen werden in Sachen Qualität und Einsatzfreude gewiss nicht schlechter sein. Oder funktionieren Eure Nokia-Handys nicht mehr richtig, seit sie von lustlosen rumänischen Bauerntölpeln zusammengeschraubt werden ? Ihr seit in Plauen nicht mehr wettbewerbsfähig genug. Schluss aus !geblieben.
Kommentar von _widerspruch am 01.06.2010; 19:15:56 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
... habe dieses Jahr schon ein Nokia Handy wegen techn. Probleme umgetauscht.Das ist eine politische Entscheidung von Philips.In der Firmenstrategie hat Deutschland als Wirtschaftsstandort keinen Platz mehr.In Zukunft produzieren nur noch Firmen für Philips( müssen nicht im Konzern sein)die ein preiswertes Produkt haben und es kommt das Philipslogo drauf -- fertig! Aber man muss sich ja nicht alles gefallen lassen.Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen?
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Kommentar von _Aufreger am 19.05.2010; 08:39:38 Uhr
Kommentar zu Philips: In Plauen sollen 150 Jobs fallen
Nur weiter so! Die Heuschrecken ziehen weiter. Plauen besteht bald nur noch aus Rathaus und Krankenhaus. Weitere Familien werden (müssen) die Stadt auf der Suche nach Arbeit verlassen. Ist ja nicht so schlimm: der Rückbau von Wohnungen ermöglicht die weitere Verbreitung von blühenden Landschaften. Der "Aufbau Ost" kommt zügig voran. Danke-liebe Regierung, danke-liebe Treuhand, danke-liebe Manager! Danke-blödes Volk, das jedes Mal seinen eigenen Untergang wieder wählt! Die Eu ist unser Untergang!