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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Narva-Protest aus Plauen in Eindhoven
Plauen/Eindhoven – Eine lange Nacht im Bus lag hinter ihnen, als die etwa 300 Narva-Beschäftigten am Montag im niederländischen Eindhoven eintrafen, dem Firmensitz des Mutterkonzerns Philips. Vor dessen Toren wollten sie, unterstützt von Gewerkschaftsvertretern, gegen die Auslagerung von Produktionsbereichen von Plauen nach Polen demonstrieren.
Doch die Müdigkeit war schnell verflogen, als sie sich kurz nach 8 Uhr auf einen Marsch durch die Innenstadt begaben. „Es war schon ein beeindruckender Zug, begleitet von berittener Polizei“, sagt Stefan Kademann von der IG Metall, dem man gestern Mittag die Anstrengung der vergangenen Stunden deutlich am Telefon anmerkt. Der Hintergrund: Im Vorfeld war ein halbstündiges Gespräch mit Dominiek Plancke, dem Chef von Philips Ligthing, in Aussicht gestellt worden. Am Ende unterhielt sich der Konzern-Chef mit Kademann und dessen Crew über zweieinhalb Stunden.
„Das war harte Arbeit“, gibt der Gewerkschafter unumwunden zu. „Aber die Länge der Unterhaltung hat auch gezeigt, dass wir ernst genommen werden“, fügt Kademann an und schließt einen Dank an die Belegschaft an, die vor dem Hauptgebäude auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht hatte. Plancke habe kurzfristige Gespräche am Plauener Standort zugesagt. Ob man die schon Verhandlungen nennen darf, müsse man abwarten, sagt Metaller Jörg Brodmann. Schließlich dürfe man bei den Kollegen auch keine falschen Hoffnungen wecken. Klar habe man dem Konzern-Chef konkrete Zusagen abringen wollen, aber nun seien auf alle Fälle erst mal die Fronten abgesteckt. „Wir wissen, was wir voneinander zu halten haben und das ist auch okay so“, ergänzt der erschöpft klingende Kademann.
Nun gehe es auch darum, mit dem örtlichen Management in Plauen zu reden.
„Was wir jetzt brauchen, sind alternative Ideen, ein Nachdenken über Zukunftsstrategien für den Standort, was auch immer das aus heutiger Sicht heißen mag, so der Gewerkschafter. Angestrebt werde ein Tarifvertrag für die Zukunft des Plauener Unternehmens. Austricksen lasse man sich jedenfalls nicht, da habe man die Rechnung ohne den Wirt gemacht, fügt Kademann noch an. „Die Kundgebung hat gesessen“, zieht er ein kurzes Fazit und bedankt sich ausdrücklich bei den holländischen Kollegen, die sich zwar nur vereinzelt an der Kundgebung beteiligt hätten, weil Eindhoven kein eigentlicher Produktionsstandort sei, im Vorfeld aber viel organisatorische Arbeit übernommen hatten.
Zeit und wohl auch Lust für einen Stadtbummel nach dem aufregenden Vormittag verspürte dann doch niemand mehr. Einfach nur noch rein in die Busse und wieder heim, gab Kademann quasi die Marschrichtung vor. tp
2010-07-19
Kommentar von _...schon zu hause heute... am 20.07.2010; 22:17:55 Uhr
Kommentar zu Narva-Protest aus Plauen in Eindhoven
für unsere holländischen Freunde in Eindhoven: wij segen nee tegen!!! und werden uns sicher noch weiter gegen inhumane, reine profitgetriebene Interessen wehren!!! Auch wenn´s nur Etappensiege werden: Der Kampf geht weiter!!!Kommentar zu Narva-Protest aus Plauen in Eindhoven?
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Kommentar von _T.Schumann am 20.07.2010; 21:29:04 Uhr
Kommentar zu Narva-Protest aus Plauen in Eindhoven
Weiter so, es wird Zeit das wir langsam mal wieder aufwachen und uns nicht mehr alles gefallen lassen, oder mit den Worten von Herrn Kademann "Die Zeit des zivilen Ungehorsam hat begonnen".