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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Winter zieht im Vogtland alle Register
Plauen/Reuth/Dresden – Der Winter zieht alle Register. Nach den Schneemassen und der Eiseskälte machten gestern vor allem starke Windböen Mensch und Natur in den oberen Lagen des Vogtlandes zu schaffen.
Gebrochene Bäume blockierten vielerorts die Fahrbahnen. Feuerwehrkameraden mussten noch während des Sturms in der Nacht zum Montag zum Freischneiden und Räumen ausrücken. Allein im Forstbezirk Eibenstock knickten nach ersten Schätzungen gestern über 5000 Bäume wie Streichhölzer weg, zahlreiche Waldwege und Loipen wurden unpassierbar.
Besonders hart betroffen von den Wetterunbilden war auch Klingenthal. Die Stadt war gestern für mehrere Stunden fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Auch hier hatte ein Sturm in der Nacht zum Montag zahlreiche Bäume abgeknickt, die sowohl Bundes- als auch Staatsstraßen blockierten. Am Nachmittag waren die meisten Straßen wieder frei, einige Verbindungen mussten jedoch wegen akuter Schneebruchgefahr auch weiterhin gesperrt bleiben. Die Bundesstraße 92 war am Grenzübergang Schönberg nur mit Schneeketten zu befahren.
Die Autobahn 4 zwischen den Anschlussstellen Görlitz und Ottendorf-Okrilla war in beiden Richtungen stundenlang gesperrt, wie das Innenministerium mitteilte. Auf der Bundesstraße 6 zwischen Löbau und Bautzen ging seit Mitternacht nichts mehr. Mehrere Lastwagen blieben stecken und blockierten die Strecke. Bis zum Vormittag entspannte sich die Lage jedoch wieder. Auch der stürmische Wind, der in der Nacht in Sachsen getobt hatte, ließ nach. „Unfallmäßig ist alles im grünen Bereich“, sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes in Dresden. „Derzeit ist unser Hauptproblem flächendeckend im Nebenstraßennetz der Schneebruch. Auf den Bäumen lastet viel Schnee, nun kam auch noch die Nässe dazu.“
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Morgen seine Warnung vor starken Schneefällen und -verwehungen aufgehoben. Für den Rest der Woche sagten die Meteorologen ruhigeres Wetter voraus. Nachts werde es Frost geben, tagsüber am Mittwoch und Donnerstag Temperaturen leicht über Null Grad. Die Chancen auf weiße Weihnachten stünden nicht schlecht, sagte der Meteorologe vom Dienst in Leipzig, Christian Schmidt. „Zum Heiligabend hin ist der Schnee mit hoher Wahrscheinlichkeit noch vorhanden.“
Unterdessen scheinen die Wetterunbilden bei manchen Zeitgenossen Aggressionen hervorzurufen. So ist beim Schneeräumen am Montagvormittag ein 22-jähriger Arbeiter in Reuth von einem aufgebrachten Anwohner angegriffen und leicht verletzt worden. Wie die Polizei berichtete, ging ein 58 Jahre alter Mann offenbar unvermittelt auf das Räumfahrzeug zu, öffnete die Tür und verabreichte dem Mitarbeiter des örtlichen Winterdienstes eine Ohrfeige. va
2010-12-22
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