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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt

Die Geschichte des bekanntesten Kaufhauses im Vogtland

 

291209 HortenPlauen – Als Julius Tietz im Jahr 1912 das monumentale viergeschossige Jugendstil-Gebäude im Herzen der Vogtlandmetropole errichten ließ, dachte er sicher nicht daran, dass genau 100 Jahre später aus seinem Warenhaus ein Landratsamt wird.

 

Bis vor einigen Jahren ahnte dies wohl kaum einer in Plauen.  Im Frühjahr 2008 einigten sich Stadt und Vogtlandkreis gemeinsam auf das Objekt. Mit diesem Schritt endet gleichzeitig auch eine große Ära. Über Jahrzehnte war es das Kaufhaus der Plauener und Vogtländer.


Fünf verschiedene Warenhäuser waren seit der Eröffnung im Jahr 1914 hinter dieser Top-Adresse am Postplatz zu finden. Lange Zeit war es das legendäre Tietz-Kaufhaus. Mit dem Krieg kam das Aus. Im Jahr 1947 wurde das Kaufhaus dann wiedereröffnet und nannte sich Warenhaus Einheit. Das Erdgeschoss ist 1956 ausgebaut worden, ist in der Stadtchronik zu lesen, so Anja Kramer vom Stadtarchiv. Zu DDR-Zeiten wurde es 1965 ein Konsument-Warenhaus. Nach der Wende übernahm 1991 die Horten AG das ehrwürdige Haus. Es galt mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern pro Geschoss als größtes der mittleren Horten-Kaufhäuser.


Das vorläufige Ende für den bis dahin größten Einkaufstempel im Vogtland folgte 2000. Horten ließ das Haus schließen. Plauen gehörte, wie es damals hieß, zu den kritischen Standorten. Schuld seien die miserablen Umsätze gewesen. Nach dieser Zeit verkauften nur noch im Erdgeschoss immer wieder verschiedene Händler ihre Waren.


Zwischenzeitlich stand das markante Gebäude im Zentrum auch ganz leer und die zahlreichen großen Schaufenster entlang der Bahnhofstraße waren abgehängt. Nur ein Würstchen-Verkäufer in einem Seiteneingang, verkaufte seine Wiener. Seit dem Warenhaus-Tod suchte die Stadt zusammen mit dem Handelskonzern Metro AG vergeblich nach einem neuen Pächter für das Traditionshaus. Während dessen eröffneten nur einige Meter weiter 1999 die Kolonnaden und 2001 die Stadt-Galerie. Beide Einkaufszentren gelten heute, wie damals das Tietz, zu den Top-Adressen in der Innenstadt.

 

Seit September nun ist das Haus wieder vollständig leer und hat sich bis 2011 in den Dornröschenschlaf verabschiedet. Dann soll der Großumbau zu einem der modernsten Verwaltungsgebäude in Sachsen beginnen. Ein spektakuläres Vorhaben kündigt sich an.


Da das Gebäude aus der Historismus-Epoche stammt und unter Denkmalschutz steht, muss die stadtprägende Fassade erhalten bleiben. Oliver Stolzenberg geht davon aus, dass dahinter ein Neubau entstehen wird. Der Dresdener Architekt führt das Preisgericht des Wettbewerbes, an dem sich mehr als 70 Büros beworben haben und 24 den Zuschlag bekamen. Es beteiligen sich neben Büros aus Deutschland auch drei ausländische.
Sie kommen aus Österreich, der Schweiz und England. Aber auch vogtländische Architekten seien unter den Teilnehmern, sagt Stolzenberg. Ende März 2010 soll der Siegerentwurf vorgestellt werden.


Die Bauzeit ist auf zwei Jahre angesetzt. Die Baukosten, ausgenommen der Ausstattung, belaufen sich auf etwa 30 Millionen Euro. Im Jahr 2013 will Landrat Dr. Tassilo Lenk mit seiner Mannschaft einziehen. Innovative und flexible Arbeitsplätze für knapp 600 Mitarbeiter seien geplant. Eine große Herausforderung für die teilnehmenden Architekten. Das neue Landratsamt soll kein reines Verwaltungsgebäude werden. Im Erdgeschoss könnte eine Ladenstraße entstehen. Mehrere Flächen sollen für passende Mieter bereitgestellt werden, so Stolzenberg.

 

Von Martin Reißmann

 

2009-12-29




Kommentar von _lorenz heike am 30.12.2009; 08:32:58 Uhr

Kommentar zu Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt

Es soll überall in der Verwaltung gespart werden,
Ausgaben 30 Millionen sind erst der Anfang (siehe Schanzenbau), es gibt so viele Gebäude der öffentlichen Verwaltung die leer stehen und mit einen geringeren Aufwand an Kosten entsprechend den heutigen Anforderungen zusammengerichtet werden können. Die Probleme des Gebäudes in der Europaratstraße in dem das Jugendamt sitzt, erscheint mir auch ein wenig als überzogen, da vorher andere Behörden, wie das Finanzamt und das Straßenbauamt in diesem Gebäude ohne größere Probleme arbeiten konnten. Der Ausbau der leerstehenden Gebäude des jetzige Behördenzentrum wär bestimmt die billiger und für den Bürger die besser Variante (alles zusammen und Parkplatz)

Kommentar von _Anwohner am 30.12.2009; 11:56:42 Uhr

Kommentar zu Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt

Die Entscheidung für das LRA im alten Kaufhaus sehe ich durchaus positiv. Zum einen bietet sich bei einer Konzentration der Fachbereiche eine mittel- und längerfristige Kostenersparnis und nicht zuletzt wird dem Gebäude wieder leben eingehaucht.
Kritisch betrachte ich dagegen die Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des neuen LRA. Hier ist neben den geplanten Standflächen für den ruhenden Verkehr das Augenmerk auf den bisweilen kritischen Fahrbahnzustand der Anliegerstraßen und der schlechten Gehwege zu richten. Bei einer zu erwartenden Höherbelastung der Straßen ist es mit bloßen Reparaturarbeiten sicher nicht getan. Hier müssen parallel zu den Bauplanungen für das LRA vernünftige Planungen für den bedarfsgerechten Ausbau der Straßen und Gehwege erfolgen.

Kommentar von _Robert Putz am 30.12.2009; 14:35:50 Uhr

Kommentar zu Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt

Das Landratsamt in der Innenstadt ist eine gute Sache. Das Haus im Zentrum steht auch leer und so steigt sicher auch die Kaufkraft in der City, wenn täglich Hunderte Mitarbeiter die Stadt vor der Tür haben. Das es nicht sinnvoll ist, Vorhaben auf der "grünen Wiese" oder außerhalb der Stadt zu errichten zeigt doch der Plauen Park. Es muss eine Zentralisieerung erfolgen!!!

Kommentar von _Plauener ... am 30.12.2009; 23:55:49 Uhr

Kommentar zu Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt

Welche Stadt hat einen Behördentempel in einer 1a-Geschäftslage?

- um das Arbeitsamt und im Behördenzentrum haben sich auch keine nachhaltigen Infrastrukturen entwickelt, die von den dortigen Angestellten genutzt werden; wer von den Angetsellten hat genug Geld, um jeden Tag in der Stadt dem Konsum frönen zu können?
- jede Stadt versucht den Verkehr aus der Stadt herauszubekommen, nur Plauen geht den entgegengesetzten Weg
- nach 16 Uhr ist die Ecke (im Grunde genauso wie in der Gegenwart) tot

Das einzig gute an der ganzen Sache - es wird in das ehemalige Warenhaus investiert, welches zu NS-Zeiten schonmal UNION bzw. Haus Vogtland hies.
Da Julius Tietz, ein Verwandter von Hermann Tietz (HERTIE), Jude war, wurde er Anfang der 30er Jahre enteignet und sein Warenhaus "arisiert".


Kommentar von _Claudia Strobel am 31.12.2009; 00:08:10 Uhr

Kommentar zu Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt

@Plauener
Um das Behördenzentrum hat sich wohl etwas entwickelt. Es gibt keine Ecke wo so viele Supermärkte stehen. Jetzt wird auch noch ein großes Gebäude für den Aldi gebaut.

Kommentar zu Ehemaliges Warenhaus wird in Plauen Landratsamt?

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