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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Letzter Nema-Wärmetauscher verlässt das Werk
Netzschkau – Der letzte Wärmetauscher hat die Nema Netzschkau verlassen. Im Januar 2011 wird das Werktor zugeschlossen. Damit endet die 121-jährige Firmentradition.
Bei den rund 40 von einst 186 Beschäftigten der GEA Nema Wärmetauscher GmbH herrschte am Montag eine miese Stimmung. Schubweise verließen per Oktober und November 63 gekündigte Mitarbeiter das Unternehmen, andere schon eher. „Aufgefangen“ werden sie für ein Jahr bei der Projekt und Transfergesellschaft. Dort trainieren die langjährigen Nema-Mitarbeiter das Bewerben, um möglichst bald wieder auf dem Arbeitsmarkt landen zu können. „Da sind Schlosser, Schweißer, aber auch Leute aus dem Büro darunter, teilweise ältere Kollegen“, so Betriebsratschef Lutz Rittrich (48). Er selbst probt auch bald das Bewerben – aber erst ab 1. Januar, wenn die Fertigungshalle endgültig zugeschlossen wird. Was bleibt, ist eine 28-köpfige Konstrukteur- und Ingenieurmannschaft.
Die Entscheidung, aus Netzschkau die Wärmetauscher-Fertigung abzuziehen und künftig wohl billiger in Spanien und Polen herzustellen, fällte die GEA-Group mit Hauptsitz in Bochum am 29. Januar dieses Jahres. „Alles Protestieren gegen die Schließung hat nichts geholfen“, sagt Rittrich, der sich noch an Januar 2008 erinnert, als GEA die Nema Wärmetauscher GmbH vom SPX-Konzern kaufte. „Damals waren wir noch optimistisch, glaubten, es geht aufwärts.
Es wurde stark investiert in Schweißroboter und CNC-Technik“, so der Betriebsrat. Doch dann kam trotz gut gefüllter Auftragsbücher das Aus für den Netzschkauer Betrieb. „Was ich im Vogtland vermisse, ist, dass Politiker, Gewerkschaften, Bürgermeister, Landrat und Betroffene nie zusammen an einen Tisch kommen, um geballt gegen Konzernwillkür aufzutreten.
Es gibt zu viele Einzelkämpfer, zu wenig Einigkeit. Im Westen ist man anders vernetzt. Dort treten die Regionen mit einer ganz anderen Stärke auf“, so IG Metall-Chef Stefan Kademann, der eine Initiative „Pro Vogtland“ gründen will. MAN Roland, Philipps und Narva in Plauen, Alstom in Neumark und die Nema in Netzschkau: „Das Maß ist voll 2010“, so Kademann. Zu einem Straßenfest vor der Narva mit gewerkschaftlicher Schärfe lädt die IG Metall Samstag ein. cze
2010-11-09
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