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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Vogtlandkreis zahlt Ablösebetrag an Plauen

170710 HortenPlauen – Die Stadt Plauen ist zuversichtlich, dass das Bauprojekt, das ehemalige Horten-Kaufhaus im Stadtzentrum zu einem zentralen Landratsamt umzubauen, trotz der aktuell angespannten Finanzsituation umgesetzt wird. 

 

 „Wir gehen nicht davon aus, dass das Vorhaben nicht verwirklicht wird“, sagt Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. „Die Zentralisierung des Landratsamtes ist ein Gebot der Wirtschaftlichkeit.“ So sieht dies auch Landrat Tassilo Lenk (CDU). „Wir bauen nicht, weil wir uns verschönern wollen, sondern deshalb, weil wir zentralisiert 2,1 Millionen Euro pro Jahr an Verwaltungskosten einsparen würden“, macht der Landrat deutlich. Derzeit hat der Kreis 19 dezentrale Objekte und davon 13 zur Miete. Eine Sanierung dieser Objekte würde deutlich teurer kommen, als der Bau eines neuen und zentralen Verwaltungsgebäudes, so Lenk.


 Der Vogtland-Chef will am 5. August in einer Sondersitzung des Kreistages Nägel mit Köpfen machen und ein neues ausgearbeitetes Finanzierungskonzept vorstellen, das die Kreistagsmitglieder beschließen sollen – der Stichtag für das Großprojekt. Stirbt es oder kommt der von der Plauener Bevölkerung mehrheitlich befürwortete Ausbau? Diese Entscheidung liegt nun in den Händen der Kreisräte. Lenk ist zuversichtlich und hofft auf die Mehrheit bei der Abstimmung, sagt er.


 Bisher floss mit dem Architektenwettbewerb und mehreren Untersuchungen schon viel Geld in das Projekt. Den größten Betrag hat jedoch bereits die Stadt Plauen bekommen. Ein Ablösebetrag für das Gebäude von fast 1,5 Millionen Euro ging an die Stadtverwaltung, sagt Oberdorfer. Mit der Summe sicherte sich der Landkreis die Rechte am Gebäude. Zudem zahle der Vogtlandkreis jährlich für die Nutzung des Grund und Bodens rund 34000 Euro an Plauen. „Die Stadt Plauen hat das Objekt zum Gesamtpreis von 2,7 Millionen Euro erworben. Gleichzeitig ist zwischen der Stadt und dem Vogtlandkreis ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen worden. Im Ergebnis gehört das Horten-Gebäude dem Vogtlandkreis“, so der OB. Alle Verträge seien rechtswirksam geschlossen.
 Landrat Lenk will das Landratsamt für 28 Millionen Euro bauen. „Wir wollen in diesem Kostenrahmen bleiben.“ Werden die Extrakosten für den Bau des geplanten Parkhauses auf der ehemaligen Sachsendruck-Fläche dazugerechnet, beträgt die Investition rund 30 Millionen Euro.


 Die Finanzierung soll auf drei Füßen stehen. Zugesagte Unterstützung in Höhe von etwa zehn Millionen Euro erhält der Kreis vom Bund, sagt Lenk. Weitere elf Millionen will der Landkreis zinsgünstig bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) aufnehmen. Lenk spricht von einer derzeit „hervorragenden Kreditsituation“. Die dritte Finanzierungssäule ist die Stadt Plauen, die sich mit sieben Millionen Euro beteiligen soll.

 

Die Stadt will die Summe aus Geldern nehmen, die den kreisfreien Städten im Zuge der Kreisgebietsneugliederung zur Verfügung gestellt wurden, so der Oberbürgermeister. Zehn Millionen Euro gingen an Plauen. Oberdorfer gibt aber zu bedenken: „In welcher Höhe auch die Stadt Plauen – insbesondere im Jahr 2013 – ebenfalls einen Kredit zur Finanzierung eines Teilbetrages aufnehmen muss, hängt im wesentlichen von der Finanzausstattung der sächsischen Kommunen mit investiven Mitteln durch den Freistaat Sachsen ab.“

 

Von Martin Reißmann

 

2010-07-18




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