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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Kesselwagen im Vogtland entgleist - hoher Schaden
Strecke war mehr als 24 Stunden voll gesperrt
Herlasgrün – Mit dem Schrecken sind die Einwohner von Herlasgrün bei einen Bahn-Unfall davongekommen. Am Freitag waren zwei Kesselwagen im Bahnhof verunglückt – einer mit Methanol, der andere mit Wasserstoffperoxid. Wegen der Chemikalien musste die Bergung mit größter Sorgfalt erfolgen.
Laut Bundespolizei entstand nach Auskunft der Bahn ein vorläufiger Materialschaden von etwa 450 000 Euro. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Strecke war mehr als 24 Stunden voll gesperrt – es kam zu zahlreichen Zugverspätungen und -ausfällen. Um die größte Not zu lindern, war ein Busnotverkehr eingerichtet.
Neben den beschädigten Waggons wurden 350 Meter Gleis und drei Weichenanlagen unbrauchbar. „In unmittelbarer Nähe mussten während der Bergungsarbeiten 33 Bürger aus Herlasgrün ihre Wohnung verlassen. Sie wurden in Notunterkünften der Gemeinde untergebracht“, teilt die Bundespolizei mit. Die ersten 14 Stunden der Bergungsarbeiten leitete der Plauener Notfallmanager der Bahn, Falk Kertscher aus Ruppertsgrün. Nach seinen Angaben hat sich folgendes abgespielt:
Ein 360 Meter langer Güterzug mit 20 Kesselwagen und Autotransport-Wagen fährt am Freitag von Leipzig-Engelsdorf nach Nürnberg. Gegen 21.10 bricht beim Durchfahren des Herlasgüner Bahnhofs beim dritten Wagen des Zuges, einem privaten Kesselwagen, eine Achse und er entgleist. Der folgende Kesselwagen „überpuffert“ – die Puffer der beiden Wagen schieben sich übereinander und verhaken sich. Der Zug fährt noch eine Weile und reißt das Schienenbett kaputt. Kurz nach dem Bahnhof kommt der Zug zum Stehen – und die Alarmierung beginnt: Bahn, Feuerwehr, Sanitäter, Bundes- und Landespolizei. Aus Zwickau wird ein Hilfszug geordert, aus Leipzig ein 160-Tonnen-Eisenbahndrehkran. „Wegen der Chemikalien durften wir nicht schneiden oder schweißen: Funken sind tabu“, sagt Kertscher. „Immerhin wiegt ein Kesselwagen 80 Tonnen.“
Nach zwölf Stunden bei „sibirischer Kälte“ wird die erste Schicht der 15 Bahn-Mitarbeiter durch Kollegen abgelöst. „Am Samstag, 23 Uhr, hatten wir eines der beiden Gleise wieder frei“, sagt Kertscher. Nach seinen Angaben stehen jetzt noch drei Waggons auf dem Unfallgleis. Die werden heute beräumt. Die Bundespolizei ermittelt. ufa
2010-03-07
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