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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Neundorfer Straße in Plauen wird zum Aufreger

Kam Schnee gerade recht, um zu tricksen?

 

090110 HalteverbotPlauen – „Ich bin richtig verärgert. Das ist eine Riesensauerei“, steht Antje Fischer kopfschüttelnd vor ihrem Geschäft auf der Neundorfer Straße. Dort steht seit Freitag Früh trotz gerade angelegter Parkbuchten ein Park- und Halteverbotsschild.

 

Die Durchfahrt der Straßenbahn sei dort durch die abgestellten Pkws nicht ungehindert möglich. „Wie ist uns das doch alles angepriesen worden von der Stadt. Wie schön es sei, wenn wir vor den Geschäften direkt Parkmöglichkeiten haben. Bereits zu Baubeginn haben wir Bedenken geäußert, dass es sehr eng werden könnte zwischen den geparkten Fahrzeugen und den Straßenbahnen. Aber was jetzt hier gemacht wird ist absolut geschäftsschädigend“, sagt die Inhaberin des Nähmaschinen- und Kurzwarengeschäfts Günther auf der Neundorfer Straße 26.


Vom ersten Tag an nach der Öffnung der Straße habe es hier fast täglich Probleme gegeben. Immer wieder mussten die Straßenbahnen die Fahrt unterbrechen, da Fahrzeuge so geparkt waren, dass kein Durchkommen mehr war. Viele Plauener Bürger sind mehr als verärgert, denn zwar sei die Straße wieder frei, aber zur Arbeit kämen manche trotzdem oft zu spät, weil sich die Bahnen stauen und nichts vorwärts geht.


Auch die Plauener Straßenbahn bestätigt auf Nachfrage die nahezu „täglichen Probleme“. Nicht nur für die Fahrer sei es eine Belastung, vordergründig natürlich für die Fahrgäste, die auf eine dauernde Geduldsprobe gestellt wurden. „Das Halteverbot ist also dort wirklich notwendig gewesen aus unserer Sicht“, hieß es weiter. Allerdings habe die Straßenbahn nicht so einen Einfluss gehabt, wie es kürzlich von Seiten der Stadtverwaltung geäußert wurde. Antje Fischer ärgert sich vor allem, dass so viel Geld investiert wurde und trotzdem keine gute Lösung gefunden wurde. Der sehr breite Fußweg werde von den Passanten gar nicht ausgenutzt.

 

Die großen Zwischenbereiche zwischen den angepflanzten Bäumen seien verschenkte Fläche. „Wo der Architekt doch direkt noch hier am Platz wohnt, da hätte ich mir mehr erwartet. Sowas lässt sich nun mal nicht nur ausschließlich am Computer planen. Die Straßenbahn ist ja nun auch schon vorher hier entlang gefahren, es war also nichts Neues, wie viel Platz sie benötigt“, fügt Antje Fischer an. Gleich früh, als sie das Schild entdeckte, habe sie bei der Stadt angerufen.


„Die Dame am Telefon hat sich förmlich über mich lustig gemacht und gesagt, die paar Meter könne ich ja auch laufen. Als zuständige Abteilung wurde mir dann das Tiefbauamt genannt. Dort hieß es von Steffen Schmalfuß, dass aufgrund des Schnees das Schild aufgestellt worden sei.“ Die Probleme habe es aber auch an den Tagen ohne Schnee gegeben. Antje Fischer glaubt, dass dies nur ein Vorwand der Stadt sei. Beim Betrachten der Parkbuchten verringert keinerlei Schnee den vorhandenen Platz. Sobald ein Auto etwas größer ist und mit den Reifen nicht unmittelbar am Bordstein steht, wird es eng. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei genau das gleiche Problem. Auch dort wurde ein Schild angebracht. Somit fallen im gesamten Bereich der Neundorfer Straße oberhalb des Hans-Löwel-Platz etwa zehn mögliche Parkplätze weg.


„Mir geht es ja nicht mal um mich selbst, sondern um meine Kunden. Wenn sie mir ihre Nähmaschine bringen oder eine abholen, dann können sie die nicht bis sonst wohin schleppen. Manche Geräte haben ein erhebliches Gewicht. Aber auch Anlieferungen gestalten sich in Zukunft problematisch. Ich habe mich zwei Jahre lang nicht über die Baumaßnahmen aufgeregt. Es gibt einfach Dinge, die müssen gemacht werden. Mit den Bauarbeitern war ein gutes Auskommen und Absprachen waren jederzeit möglich. Ich habe sogar Kunden, die die ganze Zeit abgewartet haben und sich jetzt freudig darüber äußerten, dass sie endlich direkt vor der Tür halten können.“


Viele sahen am Freitag das Schild gar nicht und parkten trotzdem, andere ignorierten es einfach. So könnte sich dort in nächster Zeit für die Stadt eine ergiebige Einnahmequelle in Sachen „Knöllchen“ ergeben. Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien bereits am frühen Morgen auf Streifzug gewesen, hätten die Fahrzeughalter jedoch noch auf die neue Regelung hingewiesen. Noch Weihnachten hieß es, es entspreche alles den Normen und es sollen keine Parkflächen weggenommen werden. Zwei Wochen lagen dazwischen, bis es anders kam.


Nun stellt sich vor allem den Bürgern die Frage, wer hier Schuld hat und was schief gelaufen ist. Neben den Problemen auf der Straße wurden auch die Steine des Gehwegs oft diskutiert. Zu glatt oder wenig rutschsicher war hier die Frage. Mag es vielleicht bei Trockenheit schön aussehen und auch bei Regen mit gutem Schuhwerk noch nicht problematisch sein, so ist an einem Tag wie gestern dort wirklich Vorsicht geboten. Passanten gehen langsam Schritt für Schritt und stellen vor allem bergauf nach wenigen Metern fest: ,,Hier macht man einen Schritt vor und rutscht zwei wieder zurück. Das ist ja wirklich gefährlich.

 

Von Stefanie Rössel

 

2010-01-09




Kommentar von _Kai Grünler am 09.01.2010; 14:33:55 Uhr

Kommentar zu Neundorfer Straße in Plauen wird zum Aufreger

Der Stadt und den Planern hier Absicht unterstellen zu wollen, wäre verkehrt. Hier wurde sicher Gutes gewollt, aber eben verkehrt umgesetzt. Vielleicht kehrt man die Nutzung einfach um, Fußgänger benutzen die Fahrbahn, dafür haben die Fahrzeuge mehr als genug Platz auf den Gehwegen, dann passt doch wieder alles!
Die Neundorfer Straße sichert den Planern und Baufirmen sicher noch lange Jahre gute Folgeaufträge.

Kommentar von _Vogtländer am 11.01.2010; 09:51:55 Uhr

Kommentar zu Neundorfer Straße in Plauen wird zum Aufreger

Ich würde hier auch keine Absiccht unterstellen.
Eher absolute Unfähigkeit!!
Und keiner fühlt sich wieder zuständig.
Wo ist denn hier der Herr Schwanitz? Der mischt sich doch sonnst überall ein......

Kommentar von _Aufreger am 23.01.2010; 11:40:10 Uhr

Kommentar zu Neundorfer Straße in Plauen wird zum Aufreger

Man könnte meinen, Straßen würden erst seit kurzem geplant. Fußwege, welche Elefantenherden aufnehmen könnten und Straßen, auf denen Autos-geschweige denn LKW (gebeutelte "Spezi")-und Straßenbahnen sich nur in die Quere kommen. Nach der Hoffnung auf eine gut ausgebaute, neue Straße wieder ein Schildbürgerstreich. Zum Glück gibt es in der BRD nur Experten und Profis! Hauptsache das Honorar stimmt!

Kommentar zu Neundorfer Straße in Plauen wird zum Aufreger?

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