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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Rund 1400 Vogtländer hautnah bei Guttenberg
Plauen – Als einen „Höhepunkt in der Geschichte der vogtländischen CDU“ bezeichnete es Kreischef Sören Voigt, als er zum Neujahrsempfang den Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als Festredner empfing, „zum einen, weil wir erstmals einen Bundesminister und zugleich den beliebtesten Politiker der Deutschen willkommen heißen können“.
Dass der Chef der Vogtland-CDU damit nicht übertrieb, bewiesen die etwa 1400 Vogtländer, die am Freitag in die HC Einheit-Arena nach Plauen kamen. „Glück auf, der Steiger kommt“ schallte es gespielt von den Reichenbacher Schalmeien durch die Halle, als der Bundesverteidigungsminister etwas verspätet eintraf. Und dieses Bergmannslied kann gleichsam als Synonym für den politischen Aufsteiger Guttenberg wie auch für seinen gewaltigen Satz auf der Politiker-Beliebtheitsskala nach oben gesehen werden.
Bei seiner Rede streichelte Guttenberg mit kleinen Anekdoten und seinem Bekenntnis der fränkisch-vogtländischen Verbundenheit zunächst die vogtländische Seele, um dann anhand von harten politischen Fakten die bevorstehenden Aufgaben, „die uns alle angehen“ zu erläutern. Beginnend von der durch Sarrazin angestoßenen Integrationsdebatte, der er „im Grundsatz, nicht aber in den Schlussfolgerungen zustimme“, über die Probleme der demographischen Entwicklung bis hin zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan und einer künftigen Berufsarmee reichte der von ihm gespannte Bogen.
Und auch die Ermunterung seiner Politikerkollegen zu mehr Wahrheit und Ehrlichkeit sparte der Bundesminister nicht aus. Von den zahlreichen Vogtländern, darunter auch einer Vielzahl junger Leute, erhielt er bei seinen Äußerungen, die er als Thesen verstanden haben wollte, immer wieder anerkennenden Beifall. Auch ein Störer auf den Zuschauerbänken konnte den Politprofi nicht aus dem Konzept bringen. Und der Minister versicherte auch allen Anwesenden mit dem Blick auf die Kritiken zu seinem Afghanistanbesuch in Begleitung seiner Frau Stephanie, dass er „weiterhin das tun werde, was er für richtig halte. Wer für sein Land in einem Krieg sein Leben riskiert, soll auch den Rückhalt spüren“.
Eine Stunde blieb dem Bundesverteidigungsminister, der erst am Morgen in Hannover 220 Soldaten in den Afghanistaneinsatz verabschiedet hatte, für seinen ersten Besuch in Plauen und dem Vogtland. Am Abend wartete bereits ein nächster Termin in seiner oberfränkischen Heimat. Doch bevor er mit Geschenken bepackt die Weiterreise antrat, überreichte er dem Plauener Vorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion, Hansjoachim Weiß für dessen 20-jähriges engagiertes kommunalpolitisches Wirken die Silberne Ehrennadel der CDU mit den Worten: „Danke für das, was Sie für Ihre Heimat tun.“ M. T.
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2011-01-15
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