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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Team Grill-Adair gewinnt Grillmeisterschaften 2010

140810 GrillsiegerPlauen – Petrus war kein Griller-Killer. Pünktlich zu Beginn der im Wortsinne heißen Phase der 3. Vogtländischen Grillmeisterschaften hörte es auf zu nieseln und die Teams konnten sich nun auch neben die vorsorglich aufgestellten großen Schirme trauen.

 

Das Fazit zuerst: Die Kreativität der Mannschaften wächst von Jahr zu Jahr und damit auch der Spaß an der Sache. Sechs Mann- und „Frau“schaften waren angetreten im Kampf um die Grill-Krone. Während die einen auf penible Vorbereitung vor Ort setzten, gaben andere dem Prinzip Zufall eine Chance und erschienen wenige Minuten vor „Anpfiff“. Mit dabei in diesem Jahr das Fernsehteam des VRF, das Fanprojekt Plauen, das Trio Buon Appetito, die Aufttrags-Griller, das Team Grill-Adair und die rein feminin brutzelnde Truppe „Flamm fatal“ des Vogtland-Anzeigers. Alle mit nur einem Ziel: Die Herren und Damen der Jury von ihren Grillkünsten zu überzeugen.
Und in der hatten neben dem Herausgeber unserer Zeitung, Wilfried Hub, der Chef des Dormero Hotels Philipp Veigele, der Obermeister der Fleischerinnung Gerd Wetzstein, Volksmusikstar Christian Gebhardt und die Vorjahressiegerin Jessica Dressel-Kowalzick teilgenommen.


Gewertet wurde ein Fleisch-, ein Fisch- und ein vegetarisches Gericht, wobei Idee und Aussehen jeweils mit maximal fünf Punkten, der Geschmack mit zehn Punkten „geadelt“ werden konnten. Traumpunktzahl pro Durchgang waren demnach 20, in der Gesamtwertung 60 Punkte pro Juror. Freilich schielte jedes Team beim Servieren verstohlen auf die Punkteliste der Jury, doch die hüteten ihre Gaumenfavoriten wie ein Staatsgeheimnis. Hätte es für den jeweiligen Spaßfaktor Zusatzpunkte gegeben, der Ausgang wäre noch knapper gewesen. Das VRF-Team hatte seine Kreationen fernsehgerecht in Szene gesetzt. Die gegrillte Filmrolle an Bandsalat im Interview mit Mediensoße verdiente sich sichtlich den Respekt der Jury.


Als puristisch-elegant bezeichneten die Auftrags-Griller ihre äußere Erscheinung und ließen wissen, dass sie aufgrund des Hochwassers umdisponieren mussten und ihre Zutaten nicht wie geplant per Kahn von der Mafia anliefern ließen, sondern per Hubschrauber, von dessen Landeplatz die Zutaten im Zeugenschutzprogramm den Biergarten erreichten. Auf Nachfrage stellte sich heraus, das erhebliche Summen Schmiergeld an die Jury geflossen sei. Der schmeckte der Seeteufel mit Algensalat als Fischkreation aber auch ohne Drohung.


In memoriam an den berühmten amerikanischen Feuerbrunst-Bekämpfer Fred Adair nahm das Team Grill-Adair teil: Sohn Kevin Spahlholz, dessen Freundin Sandy und Vater Dietmar. Ein „bunter Mix aus Profis und Amateuren“, wie sie feststellten und damit tiefstapelten. Immerhin waren sie nicht nur mit einem Koffer voller Spezialmesser, Spachteln und Thermometer angereist, sondern auch schon seit 14 Uhr vor Ort, um nichts dem Zufall zu überlassen. Das sollte sich auszahlen. Mit unglaublichen 270 Gesamtpunkten holten sie sich den Sieg und machten dem alten Adair alle Ehre. . Mit ihrem zarten Vogtländischen Rindsfilet, gegrillt im Knusper-Zwiebelmantel, setzten sie auf heimische Kost, während das Team Buon Appetito – also Christoph Weiß, Anja Krebs und deren zehnjähriger Sohn Jonas als jüngster Teilnehmer – auf mediterrane Köstlichkeiten schwor. Grillspieße Saltimbocca, gegrilltes Rotbarschfilet und Dolce Bambo wurden der Jury aufgetischt.


Seinen Stammplatz vor dem Biergarten bezogen hatte die Truppe vom Fanprojekt Plauen mit Chef-Griller Reiner Förster. Der schickte in der Sparte Fisch seine bewährt-schmackhafte Forelle in Folie ins Rennen. „Erst wenn der Dillgeruch raus ist, ist der Fisch fertig“ erklärte Förster interessierten Zaungästen sein kulinarisches Geheimnis. Mit der chilenischen Grillmethode aus einem Survival-Buch brachten die Damen von „Flamm fatal“ ihren Grill auf Touren. Will heißen nur mit Streichholz, Zeitung und einer Flasche, andere Hilfsmittel sind tabu.

 

Dass ausschließlich Zeitungsausgaben zum Anzünden benutzt wurden, in denen die „gegnerischen“ Teams vorgestellt wurden, hatte freilich etwas Vodoo-artiges. Kredenzt wurden mediterrane Olivenhähnchen, spanisches Lachsfilet und Zucchini-Steinpilz-Spießchen. Selbst gestelltes und erreichtes Ziel: Viel Spaß haben und nicht Letzte werden. Zwischen den heißen Hauptschauplätzen ging es übrigens ausgesprochen kollegial zu. Jeder fotografierte jeden und so mancher Happen wechselte vom Brutzler zum Mitbewerber.

 

Service:

>> Fotostrecke

 

Von Torsten Piontkowski

 

2010-08-14




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