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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Festakt zum Mauerfall in Mißlareuth

101109 MisslareuthPlauen – „Wir lassen uns nicht von den Pessimisten unseren Lebenstraum vermiesen. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, als vor 20 Jahren die menschenverachtende Mauer fiel und auch mit Blick auf die Zukunft ist der Traum noch nicht zu Ende“, sagte am Montag vor zahlreichen Gästen aus dem Vogtland, Bayern und Thüringen Landrat Dr. Tassilo Lenk:

 

„Aber wir leben jetzt in Frieden und Freiheit. Und dafür gebührt allen der Dank, die mutig und gewaltfrei auf die Straße gegangen sind.“  Der Vogtlandkreis hatte 20 Jahren nach der Grenzöffnung zu einem Festakt nach Mißlareuth eingeladen. Und mit der Johanneskirche, die hunderte Jahre lang sächsischen, thüringischen und bayrischen Gemeindegliedern Platz bot, konnte dafür gar kein besser Ort gefunden werden. Nach dem Mauerfall haben sich die Menschen, die 28 Jahre lang durch die innerdeutsche Grenze – direkt vor ihrer Haustür – voneinander getrennt waren, in dem Dreiländereck wieder frei begegnen können. Und als Wiege des Festivals Mitte Europa ist der kleine Ort Mißlareuth nicht nur in Bayern, Thüringen, Böhmen und Sachsen bekannt, sondern zugleich Synonym eines geeinten Europa.

 

 “Weil wir nur gemeinsam unsere Zukunft gestalten können, wollen wir eine Region Mitte Europa gründen. Das hilft Gräben zu überwinden. Es macht mich nachdenklich und traurig, wenn Wunder wie der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands zerredet werden. Wir stellen das, was noch nicht so gut ist in Deutschland zu oft in den Mittelpunkt und vergessen dankbar zu sein“, sagte der Hofer Landrat Bern Hering: „Mir läge daran, dass wir uns nicht nur zu Jubiläen an die Zeit vor dem Mauerfall erinnern, sondern immer dann, wenn Gegensätze zwischen alten und neuen Bundesländern zum Ausdruck kommen. Das heißt nicht, dass wir nicht auch an Schwachstellen arbeiten müssen, damit aus Hoffnung Wirklichkeit wird.“

 

Um Dankbarkeit ging es in dem Worten von Landrat Lenk und Pfarrerin Sabine Stepper. „Vor 20 Jahren lagen wir uns in den Armen, unsere Augen waren feucht und unsere Kehlen trocken – und keiner schämte sich dafür. Dieses Gefühl ist in uns und wird es bleiben. Doch manchmal stellt sich schon die Frage, bei der Ungeduld, die im Land zu verspüren ist, wieviel Dankbarkeit im Alltagstrubel noch übrig ist. Ich hoffe, dass wir es schaffen, dass aus Wankel-Mut Wandel-Mut und aus Sorge Fürsorge wird. Die größte Leistung besteht darin, die Herausforderung anzunehmen und zu bestehen“, ermunterte Lenk. „Ich bin schockiert, 


 Als musikalische Gäste hatte der Vogtlandkreis unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen“ die Capella de la Torre eingeladen. Das international vielbeachtete Ensemble hat mit ihrer Musik aus Renaissance und Mittelalter schon öfters in Mißlareuth, auch beim Festival Mitte Europa, ihr Können unter Beweis gestellt. Und auch gestern verzauberte es auf ihren historischen Instrumenten die Gäste.


 Bürgermeister Ulrich Lupart hatte bei seiner Begrüßung mit der Demo-Hymne der Gruppe Diskant auf den Festakt eingestimmt. Und am Anschluss an den Festakt versammelten sich an dem nebligen Novemberabend, der etwas von der Stimmung von vor 20 Jahren vermittelte, die Mißlareuther und ihre Besucher zu einem Fackelumzug durch den Ort. Immerhin war es auch vor zwei Jahrzehnten das Licht, damals der Kerzen, dass die Dunkelheit durchbrach. Und während die Fackeln angezündet wurden, kam es zu vielen Gesprächen zwischen den Nachbarn aus Sachsen, Thüringen und Bayern. Auch wenn die Menschen auf ihre ganz eigene Geschichte zurückblicken können – gerade in dem grenznahen Raum wächst zusammen, was zusammen gehört. „Nur so wird die Euregio Egrensis mit Leben erfüllt“, sagte Lenk. M. T. 

 

2009-11-10




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