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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Gedanken zum "Leben im Leben"
Bad Elster – Nicht ein einziger Platz war noch frei, als am Samstag im König Albert Theater Bad Elster der Ausnahmekünstler Konstantin Wecker mit seinem musikalischen Partner Jo Barnikel zu dem Konzert „Leben im Leben“ die Bühne betraten.
Mit wenigen Sätzen erzählte Wecker zunächst von seiner Kindheit und Jugend, über seine Erfolge und die Momente des Scheiterns. Feine Poesie in seinen Liedern über Liebe, Leid und Freud ließ das Publikum oft den Atem anhalten. Wecker lässt unter anderen mit Gedichten von Goethe und Kästner aus seinem Buch „Stürmische Zeiten, mein Schatz – die schönsten deutschen Liebesgedichte“ einige Klassiker zu Wort kommen.
In seinem Lied: „Ich sing für alle, die mit mir auf der Suche sind nach der Welt, die es vielleicht nicht geben kann…“ offenbart er dem Publikum seine Gedanken zum „Leben im Leben.“ Mit einem leider immer noch topaktuellen gesellschaftskritischen Gedicht von Erich Kästner „An die Banker“ über das Tun der Finanzmagnaten, wechselt die Lebenslust in den Liedern in beißende Ironie über Politik und Gesellschaft und bringt schon zu Beginn der Veranstaltung den altehrwürdigen Theatersaal zum Kochen.
Mit dem Lied aus den frühen 80ern „Der alte Kaiser“ besingt er den längst fälligen Abschied eines Diktators von der Macht, und fragt in seinem nächsten Song „Haben Sie Probleme mit Kollegen, oder ist Ihr Nachbar Kommunist? Fehlt Ihnen der Fachmann, der Experte für die genügende Härte? Schmieren, Spekulieren, und Betrügen lernen Sie aus der Politik ….“ Auch dieses Lied sei vor dem Deal von Angela Merkel mit der Atomlobby entstanden, so Wecker.
Seine musikalische Aufforderung „Sage Nein!“, “…Was keiner wagt, das sollt ihr wagen, was keiner sagt, das sollt ihr sagen, wenn keiner Nein sagt, sollt ihr‘s sagen…“ ließ die Besucher vor ihren Plätzen stehend ihre Zustimmung und Begeisterung bekunden. Wecker servierte mit seinem langjährigem Bühnenpartner, dem Keyboarder Jo Barnikel, ein Programm voller Spielfreude. Mit neuen Titeln und alten Klassikern im Wechsel, gaben die Musiker einen kleinen aber aufschlussreichen Einblick in Weckers positives Schaffen.
Seine weniger positiven Erfahrungen stellt er in den Vordergrund und meint: „Bekanntsein ist gut, prominent zu sein ist eine Katastrophe. 14 Jahre lang habe er darauf hin gearbeitet, nicht mehr prominent zu sein. Und das hat sich gelohnt. Natürlich spiele sein Alter nun auch eine gewisse Rolle, immerhin gehöre er nun auch zu der Generation 50+, und freue sich jedes Mal auf die Apothekenrundschau. Das Thema „Altern geht auch an mir nicht vorbei“, meinte er und besingt die Schwierigkeiten einer Ehe mit ihm: „Es ist schwer mit dir zu leben, ohne dich kann ich nicht sein…“ Er ist doch noch hier und voller Kraft und Leben, wütend und provokant, zu sehr drängen sich ihm die Themen auf, wollen Missstände in der Gesellschaft von ihm angeprangert werden! Seine Lieder sind mit ihm reifer geworden, jedoch nicht alt.
Am Flügel und Mikrofon singt Konstantin Wecker seit 40 Jahren gegen die Mächtigen und Machtverhältnisse in der Welt an. „Einer der stärksten Triebe, die ich habe, ist es mich ausdrücken zu wollen, mich ausdrücken zu müssen.“, sagte er dazu. Dass er es versteht, sich auszudrücken, zeigte sich auch an diesem Abend an der Begeisterung des Publikums. P. Spieler
2010-09-24
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