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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Experiment Neundorfer Straße Plauen

090610 RutschtestPlauen – Auch im Sommer ein heißes Thema in der Plauener Stadtverwaltung: Die Neundorfer Straße. Baubürgermeister Manfred Eberwein wollte diese Woche die Debatte um das vermeintlich rutschige Klinkerpflaster beenden und lud die verantwortlichen Mitglieder des Bauausschusses zum organisierten Rutsch-Test beim Hans-Löwel-Platz ein. Als Lokalbesichtigung kündigte Eberwein sein Vorhaben an.


 “Jetzt werden wir das Pflaster benetzen“, sagte der Baubürgermeister. Los ging es. Die Plauener Berufsfeuerwehr drehte den Wasserschlauch auf und der Test nahm seinen Lauf. Nieselregen und Starkregen wurden improvisiert. Die in Sommerschuhen versammelten Ausschussmitglieder begannen mit ihren Rutschversuchen. Aufs Pflaster gelegt hat sich keiner. Sowieso passieren „Ausrutscher“, wie sie Eberwein nennt, häufig auf anderen Gehwegen und nicht auf der neuen Neundorfer Straße. Acht Stürze sind in diesem Jahr bekannt geworden, zwei davon ereigneten sich auf der Neundorfer.


 Wenige Minuten später im Rathaus wurde die Diskussion um das leidige Pflaster fortgeführt. Eberwein wollte wissen, wie es weiter geht und bot drei Möglichkeiten. Ein Schiedsgutachten, das abschleifen der Steine oder alles so lassen wie es ist. Vor und Nachteile haben alle Varianten. Beim Gutachten könnte es passieren, dass die Stadt auf den Kosten sitzen bleibt. Beim Abschleifen geht der Lack der Steine ab. „Gestalterisch nicht mehr schön“, so Kerstin Schicker vom Tiefbauamt. Passiert gar nichts, könnte es im Winter wieder glatt werden, ist zu befürchten. Der Test zeigte, laut einigen Mitgliedern, dass es nicht mehr so glatt wie im Winter war. Auch das Streugut in den Wintermonaten hätte bereits dazu beigetragen, die Situation zu entschärfen, hieß es.


 Es wurde sich darauf verständigt, noch einen Winter abzuwarten, in der Hoffnung, dass sich die Pflastersteine weiter abstumpfen. Im Frühjahr 2011 will Manfred Eberwein das Thema nochmals auf die Tagesordnung bringen. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt und dem Planer könnten dann mit einem Schiedsgutachten immer noch geklärt werden, so Schicker. „Dafür haben wir vier bis fünf Jahre Zeit.“ mar

 

2010-06-09




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