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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Entscheidungswoche für zentrales Landratsamt
Plauen – Für die Zukunft des ehemaligen Horten-Kaufhauses in der Plauener Innenstadt hat die Woche der Entscheidung geschlagen. Der Vogtlandkreis will in der Immobilie die Bürokratie des Kreises zentralisieren und dadurch jährlich Millionen Euro an Verwaltungskosten einsparen. Zuvor muss aber am Donnerstag der Kreistag auf einer Sondersitzung in Bad Elster der Mega-Investition von rund 28 Millionen Euro zustimmen. Die Stunde der Wahrheit für das gesamte Projekt und Landrat Tassilo Lenk.
Der Vogtland-Chef hat das „Gespür“, dass der Kreistag dem Vorhaben wohlwollend gegenüberstehe, sagt er dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. „Die Finanzierung steht, obwohl weniger Mittel fließen.“ Lenk meint die Fördermittel vom Bund und dem Freistaat Sachsen. Es müssen weitere 1,1 Millionen Euro aus Mitteln der Kreisumlage zwischenfinanziert werden, sagt der Landrat. Bisher war bekannt, dass die Finanzierung auf drei Säulen steht. Von der Stadt Plauen kommen sieben Millionen, vom Bund zehn Millionen und der Kreis will elf Millionen zinsgünstig bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) aufnehmen. Es würden jetzt noch so viel Mittel fließen, dass die Wirtschaftlichkeit des Projektes weiter gegeben ist, sagt Lenk.
Am Dienstag wird der sächsische Innenminister Markus Ulbig im Vogtland erwartet. Er wird persönlich mit Landrat Lenk und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer eine so genannten städtebauliche Vereinbarung unterschreiben und damit die finanzielle Unterstützung des Freistaates zum Ausdruck bringen. Ulbig soll gleichzeitig signalisieren, dass auch die Regierung hinter dem Vorhaben steht.
Lenk macht vor beiden Terminen noch einmal deutlich, dass die bisherigen Angebote wie beispielsweise Diakonie, Suchtberatung und Bauhöfe auch nach der Zentralisierung in der Fläche im Vogtland bestehen bleiben. Konzentriert werden solle lediglich die Kernverwaltung in Plauen, heißt es. Von den etwa 1100 Mitarbeitern der Landkreisverwaltung werden rund 550 künftig in Plauen arbeiten, so die Planungen. mar
2010-08-03
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