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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Ein offener Sonntag in Plauen wackelt

311009 SonntagePlauen – Noch nie hat der Einzelhandel im November in Plauen so unklare Aussichten auf das Weihnachtsgeschäft gehabt, wie in diesem Jahr. Dürfen die großen Häuser und Geschäfte in der Spitzenstadt an allen vier Adventssonntagen ihre Türen für die Kunden öffnen? Auf diese Frage gibt es nach wie vor keine klare Antwort.
 
Plauen hält an Öffnung fest
 
 Gegen die geplanten vier verkaufsoffenen Sonntage in Plauen hatte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen beim sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) eine einstweilige Verfügung eingereicht. Im Sommer hatte sie bereits gegen die Stadt Böhlen erfolgreich geklagt. Eine Entscheidung zu Plauen soll noch im November und pünktlich vor dem ersten Sonntag im Advent fallen, sagte eine Gerichtssprecherin (wir berichteten). Bis zum ersten Advent sind es nur noch vier Wochen.

 

Die Zeit drängt. Zahlreiche Dienstpläne hängen in der Luft. Die Stadtverwaltung Plauen hat eine Stellungnahme beim OVG eingereicht und hält weiter am Vorhaben fest, an allen vier Sonntagen im Advent die Geschäfte zu öffnen. Begründet wird dies, dass derzeit kein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Zwar erlaubt das sächsische Ladenöffnungsgesetz vier Sonntage zu öffnen, die Kirche ist aber der Auffassung, dass dies gegen das Grundgesetz verstößt und außerdem die Sonntagsruhe für eine zu lange Zeit außer Kraft gesetzt wird.
 
Kirche bekommt Unterstützung
 
 Unterstützung bekommt die Kirche vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Der DGB Südwestsachsen fordert die Sonntagsöffnung generell stärker zu begrenzen. Die Öffnung an allen vier Adventssonntagen wird für sehr bedenklich gehalten, sagte die Vorsitzende Sabine Zimmermann.
 
Welcher Sonntag könnte fallen?

 
 Kommt die Landeskirche mit ihrer Forderung beim OVG durch, muss Plauen handeln. Es müsste mindestens ein offener Sonntag gestrichen werden. Eine Alternative hat die Stadt bereits in der Schublade. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer könnte sich vorstellen, den ersten Sonntag zu streichen. 

 

 Diese Möglichkeit sieht allerdings Stadtrat Dirk Brückner skeptisch. Seiner Meinung nach verstößt auch dies teilweise gegen geltendes Recht. Denn im Ladenöffnungsgesetz steht unter Paragraf zehn „Arbeitszeiten an Sonn- und Feiertagen“, dass mindestens jeder dritte Sonntag beschäftigungsfrei bleiben muss. Demnach könnte beispielsweise ein Laden mit nur einer Angestellten gar nicht drei Sonntage in Folge öffnen. Damit wäre also auch in einigen Bereichen die Alternative der Stadt, den ersten Advent fallen zu lassen, problematisch. Dirk Brückner wäre dafür, den zweiten Advent zu streichen. So gäbe es nicht drei zusammenhängende Sonntage, meint Brückner, der als Centermanager des Plauen und Elster Parks sich auf diesem Gebiet auskennt. Laut ihm, sind die Umsätze zudem am zweiten Advent nicht so stark, wie an den anderen.

 
 Die Kirche zum Teil verstehen kann Thomas Fritzlar. Der stellvertretende Geschäftsleiter von Globus Weischlitz ist gegen eine Öffnung an allen Sonntagen im Advent. Das SB Warenhaus wird am ersten und am letzten Sonntag geöffnet haben. Zudem lädt das Vogtland-Center an diesem Sonntag bereits zum Shoppen ein. mar

 

2009-11-01




Kommentar von _Th. Spranger am 01.11.2009; 18:17:47 Uhr

Kommentar zu Ein offener Sonntag in Plauen wackelt

Hallo zusammen,

ich finde, dass es dringend notwendig ist, dass die Ladenöffnungszeitung generell aufgehoben werden sollten und der Einfluss kirchlicher Einrichtungen auf die Wirtschaft stark redurziert wird. Einher mit dieser Entkopplung muss eine Regelung für die Angestellten gefunden werden, dass es nicht zu einer Ausbeutung kommt. Allerdings glaube ich, dass es "Verkäufer" gibt, die auch an Feiertagen arbeiten würden, wenn es sich finanziell rentiert und der Staat dies nicht durch Steuern und Abgaben kaputt macht.
Dies sollte und darf aber nicht nur für den Einzelhanden geschaffen werden und nicht nur für die Adventszeit gelten!

Gruße

Kommentar von _Ralph aus Bayern ehem Sachse am 02.11.2009; 10:30:38 Uhr

Kommentar zu Ein offener Sonntag in Plauen wackelt

Dann sollten diese Nörgler auch am Sonntag und nach Ladenschluß nichts in Anspruch nehmen, wo Menschen arbeiten. Das heißt: Keine öffentl Verkehrsmittel, Bahn, Polizei, Tanke, Gaststäten und auch medizinische Einrichtungen. Dort ertreisten sich ja Menschen am Sonntag zu arbeiten.

Die Kirchen würden uns ja am liebsten ins Mittelalter zurückschicken. Da hatten sie noch mehr Macht und die Scheiterhaufen. Und die Form Gewerkschaften, die wir z.Z. haben, sind auch völlig überflüssig. Mehr um Ihre eigenen Einkommen und Posten bemüht als um die Arbeiter.
Als Beispiel herausgepickt: Hansen von Transnet.

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