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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Denkmal erinnert an Mut Tausender Plauener
Plauen – Ein Denkmal erinnert fortan an den Mut Tausender Plauener, die vor 21 Jahren für die Freiheit auf die Straße gingen und damit den Weg für die Friedliche Revolution frei machten. Am Donnerstag ist das Monument gegen das Vergessen der Ereignisse in der Innenstadt feierlich eingeweiht worden.
„Was ist das für ein Tag“, sagte gestern Plauens früherer Superintendent Thomas Küttner bei der feierlichen und offiziellen Einweihung des Plauener Wende-Denkmals, das aus Spenden gebaut wurde und gegen das Vergessen fortan an den Beginn der Friedlichen Revolution erinnern soll. Mehr als 2500 Menschen versammelten sich in der Innenstadt und wollten bei der Zeremonie dabei sein.
Die Einweihung wurde zu einem emotionalen Ereignis. Auf einer Großbildleinwand wurden Ausschnitte der ersten Großdemonstration in Plauen gezeigt. Das Denkmal war verhüllt mit einer gigantischen Deutschlandfahne, die beim Anstimmen der Nationalhymne durch die Combo Future des Vogtlandkonservatoriums Plauen langsam nach oben schwebte und erstmals den Blick auf das Denkmal preisgab. Schüler der Mittelschule Weischlitz, die zuvor symbolisch mehrere Kerzen entzündeten, halfen bei der Enthüllung. Die Schule hatte 2500 Euro für das Denkmal gespendet.
“Die Plauener haben mit ihrem Mut auf die Straße zu gehen, der Revolution eine Gasse gebahnt“, formulierte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich in seiner Rede. „Der Weg für gewaltfreien Protest war frei nach Plauen. Plauen hat sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern erkämpft.“ Wie mit der Freiheit damals, habe sich die Bevölkerung mit dem Wende-Denkmal heute ein Geschenk gemacht, so Tillich, der die Schirmherrschaft des Monumentes an Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer weitergab. „Nicht genug können wir den Menschen danken, die damals den Mut hatten“, so Oberdorfer und weiter: „All das hilft dem Ruf der Stadt, eine Stadt des Friedens, der Toleranz und der Freiheit zu sein.“
Als einen „ganz glücklichen Tag“, bezeichnet Projektinitiator Wolfgang Sachs die Enthüllung des neuen Wahrzeichens der Stadt. „Ich will hoffen, dass viele Menschen ihre Freude an dem Denkmal haben werden. Wir haben es für alle Menschen gebaut, die die Freiheit lieben“, sagte Sachs. Für ihn und die Projektgruppe endet damit die fast zweijährige Vorbereitungszeit. Zu Wort kamen auf der Bühne unter anderem auch Dr. Frank Grünert vom damaligen Neuen Forum und James Seward vom US-Konsulat Leipzig.
„Für uns in Plauen ist der 7. Oktober ein ganz besonderer Tag“, sagte Grünert. Es sei ein cleverer Schachzug damals gewesen, am 40. Jahrestag der DDR für die Freiheit auf die Straße zu gehen. Die Sicherheitskräfte hatten ein Problem: „Wer war zur Jubelfeier und wer zur Demo gekommen“, erinnerte sich der Gründer des Neue Forums in Plauen.
Von Martin Reißmann
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2010-10-08
Kommentar zu Denkmal erinnert an Mut Tausender Plauener?
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