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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Köhler und Tillich würdigen Rolle der Stadt Plauen
Plauen – Zur Erinnerung an den mutigen Einsatz vieler Mitbürger bei der friedlichen Revolution in der DDR haben die Plauener am Mittwoch den Grundstein für ihr Wende-Denkmal gelegt. Am gleichen Tag hatte auch Bundespräsident Horst Köhler die Stadt besucht. Das Kunstwerk in Form einer stilisierten Kerze soll künftig an die Vorreiterrolle der Stadt im Wendeherbst 1989 erinnern.
Fotostrecke:
>> Bilder vom Besuch des Bundespräsidenten Köhler und Ministerpräsident Tillich
Am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR-Gründung, hatten damals bis zu 20 000 Plauener für mehr Rechte und Freiheit demonstriert. Bundespräsident Horst Köhler lobte den Mut dieser Menschen als wichtiges Signal für die friedliche Revolution. „Plauen hatte eine entscheidende Bedeutung“, sagte das Staatsoberhaupt beim Besuch der Stadt.
Die Bürger hätten damals Mut gegen die Angst aufgebracht, betonte Köhler, der zuvor mit rund 120 Schülern und Zeitzeugen über die Ereignisse des Wendeherbstes diskutiert hatte. Am Nachmittag hatte sich Köhler beim Gitarrenhersteller Warwick in Markneukirchen umgesehen und das „Grüne Band“ besichtigt – den in ein Naturschutzgebiet verwandelten ehemaligen Grenzstreifen.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sprach von einem „Denkmal für die Freiheit“. Es werde jedem Einzelnen den Anstoß dazu geben, täglich aufs Neue über den Wert der mutig erkämpften Freiheit nachzudenken. Mut und Wille zur Veränderung und das Streben nach Meinungs-, Wahl- und Reisefreiheit seien stärker gewesen als die Angst vor Gewalt. „Das Denkmal ist ein Denkmal des Volkes, für das Volk und durch das Volk“, sagte Tillich. Die DDR-Staatsmacht war damals von den Ereignissen in Plauen überrascht worden. Die Demonstration verlief – anders als am selben Tag etwa in Berlin – weitgehend friedlich und bereitete den Boden für die größeren und auch bekannteren Proteste an den folgenden Tagen in Dresden und Leipzig.
Die von Künstler Peter Luban gestaltete Kerze symbolisiert die friedliche Hoffnung der Menschen, die im Herbst 1989 selbst brennende Kerzen vor der Plauener Lutherkirche aufgestellt hatten. Zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 soll das Denkmal fertig sein.
Die Grundsteinlegung und der Besuch des Bundespräsidenten bildeten den Auftakt von mehreren Feiern zum Wende-Jubiläum in Sachsen. In Chemnitz fand gestern Abend ein Festakt zur Erinnerung statt, die Stadt Dresden begeht den 20. Jahrestag der friedlichen Revolution heute. Morgen erinnern die Leipziger an ihren Wendeherbst und die entscheidende Demonstration vom 9. Oktober 1989. Ein Lichtfest entlang der damaligen Route der Montagsdemos ist geplant. va
Fotostrecke:
>> Bilder vom Besuch des Bundespräsidenten Köhler und Ministerpräsident Tillich
Mehr dazu auch in unserer heutigen Tagesausgabe.
2009-10-08
Kommentar zu Köhler und Tillich würdigen Rolle der Stadt Plauen ?
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