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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Die Tarifmauer muss weg
Ullitz – Gleiche Löhne Ost und West! Dafür machte die IG Bau - Agrar -Umwelt an der Landesgrenze nach Bayern mit der „Aktion Schlagbaum“ mobil.
Die Teilung Deutschlands ist 21 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch spürbar: durch die Tarifmauer. Mehr als 20 Jahre nach der Wende bekommen Bauarbeiter im Osten (bezahlt nach Mindestlohn mit 9,50 Euro) immer noch nicht das gleiche Geld wie Bauarbeiter im Westen (bezahlt nach Tariflohn mit 16,20 Euro) – und das bei gleicher Arbeit. Auf diesen Missstand machte die Industriegewerkschaft Bauen - Agrar - Umwelt gestern mit der „Aktion Schlagbaum“ auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Ullitz aufmerksam, die Bayern und Sachsen trennte.
Gewerkschafter aus Sachsen und Hochfranken kippten symbolisch den die Löhne trennenden Schlagbaum. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, so die Gewerkschaftsforderung. Vor allem dürfe es kein „Billiglohnland Sachsen“ mehr geben.
Die „Aktion Schlagbaum“ stellt den Auftakt der IG Bau in die Tarifrunde Bauhauptgewerbe 2011 dar. Mirko Hawighorst, stellvertretender Regionalleiter der Region Sachsen-Anhalt- Thüringen, Sachsen, stellte die Eckpunkte der Gewerkschaftsforderungen vor. „Die Einkommensungerechtigkeit muss weg – Ostdeutschland darf nicht das Armenhaus Deutschlands bei den Löhnen sein“, betonte er. Bauarbeit sei Wertarbeit, die gut zu entlohnen sei. Höhere Mindestlöhne sind laut Hawighorst der Garant für eine saubere Branche und einen fairen Wettbewerb.
Für die 70 000 Beschäftigten der Branche, darunter 40 000 im Südwesten Sachsens fordert die IG Bau: 5,9 Prozent mehr Lohn, die Angleichung der Einkommen im Osten an das Niveau im Westen der Republik sowie Sicherung und Erhöhung des Mindestlohns. Ronald Dietel
2011-02-27
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