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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Vogtlandkreis feiert Einheit in Reichenbach
Reichenbach – Der Festakt des Vogtlandkreises zum 20. Jahrestag der Deutsche Einheit ließ am Sonntag im Reichenbacher Neuberinhaus die Veränderungen in dieser Zeit nochmals Revue passieren.
Während sich Guggen und Schalmeien den Weg vom Bahnhof in die Innenstadt bahnen, um zum Bürgerfest, das die Reichenbacher seit nunmehr zwanzig Jahren am Tag der Deutschen Einheit feiern, im Festzelt aufzuspielen, legen sich fast zeitgleich im Neuberinhaus die schweren Klänge Wagners Meistersinger auf die rund 300 Gäste, die zum offiziellen Festakt des Vogtlandkreises „20 Jahre Deutsche Einheit“ gekommen waren und sorgten für erwartungsvolle feierliche Stimmung im Großen Saal des Hauses.
Eingeladen zum Festakt hatte im Namen des Vogtlandkreises Landrat Dr. Tassilo Lenk, der unmittelbar nach dem Musikstück das Wort zur Festansprache ergriff. In seiner knapp gehaltenen fünfzehnminütigen Rede nahm er Bezug auf das Licht der Kerzen von damals, das mit seinem Schein zwei sich feindlich gegenüberstehenden Militärblöcken die Macht nahm und eine friedliche Revolution ohne jegliches Blutvergießen einleitete. Tränen und Freudentaumel, Hoffnung und Zuversicht hätten die Zeit geprägt, die von Veränderungen für jeden von uns gekennzeichnet war.
Die neu gewonnene Freiheit, die keinesfalls etwas damit zu tun habe, dass jeder machen könne was er wolle, sondern eher geprägt ist von der Vielfalt der Möglichkeiten, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und mit anzupacken, sieht Lenk auch noch nach 20 Jahren von großer Bedeutung: „Die Städte und Gemeinden konnten sich so entwickeln, wie unter den Umständen vor der Wiedervereinigung kaum vorstellbar. Neue Straßen, moderne Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Sportstätten, Alten- und Pflegeheime sowie eine bessere Umwelt, um nur einiges zu nennen. Hunderte von Millionen flossen in eine marode Infrastruktur. Das sind für mich schon sichtbare Blüten, aus denen immer noch Tag für Tag große bunte Wiesen werden. Aber noch mehr sind die blühenden Landschaften die Menschen selbst. Diese haben in einem einmaligen geschichtlichen Wandlungsprozess die grundlegende Veränderung all ihrer Lebensverhältnisse angenommen und seither gestaltet, ohne berechtigterweise alles kritiklos hingenommen zu haben“, so der Festredner.
Die zwanzigjährige Laura Kasiske, die heute in Ellefeld wohnt und das Wirtschaftsgymnasium im Beruflichen Schulzentrum in Rodewisch besucht, erblickte im benachbarten fränkischen Hof das Licht der Welt. Ihre Eltern verließen die damalige DDR. Doch 1994 siegte das Heimweh, beschreibt das „Wendekind“ ihre Eindrücke der jüngsten zwanzig Jahre die ein ganzes Volk einten. Nach ihrem Abitur will die junge Frau, die singt und Klavier spielt in Leipzig Musik studieren und später gerne im Vogtland als Musikpädagogin oder Musiktherapeutin arbeiten. Sie weiß auch, dass bis vor der Wende hierzulande nicht jeder studieren durfte, erzählt sie in ihrer Retrospektive.
Umrahmt wurde die Feier von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Stefan Fraas, dem Chor des Theater Plauen/Zwickau, den Singakademien Plauen und Chemnitz sowie weiteren Solisten, wie auch vom jungen Slowaken Karol Dennis auf der Violine der mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. pdk
2010-10-04
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