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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Winterdienst im Vogtland dank "Daisy" im Dauereinsatz
Ralf Bromnitz hat zwei Tonnen Salz im Gebäck
Plauen – Der Winterdienst im Vogtland ist am Wochenende im Dauereinsatz gewesen. Sturmtief „Daisy“ brachte rund 30 Zentimeter Neuschnee zwischen Reichenbach, Pausa, Plauen und Klingenthal. Wir waren einen Tag mit Ralf Bromnitz unterwegs. Er ist Kraftfahrer vom Winterdienst der Plauener Abfallentsorgung.
Bromnitz ist einer von zehn Fahrzeugführern (vier Lkw, drei Multicar und drei Klein-Fahrzeuge). Der 52-Jährige, von seinen Arbeitskollegen liebevoll Bummi genannt, hat gerade seine Schicht begonnen. Bis in den Abend hinein gilt es, kreuz und quer nach einem festen Tourenplan durch Plauen stundenlang zu fahren und von „seinen Straßen“ möglichst viel Schnee zu räumen. „Eine gescheite Fahrbahn ziehen“, nennt der stämmige, vollbärtige Mann das.
Akkurat lenkt er seinen Lkw entlang der parkenden Autos, tendiert ein bisschen mehr gen Fußwegseite, wenn es denn etwas mehr Platz gibt. „Ich sehe zu, dass die Bahn stimmt und auch an freien Parkplätzen der Schnee wegkommt.“ Um sauber zu arbeiten, kurvt Bummi bei einer der Durchfahrten nicht nur ein Mal eine bestimmte Straße entlang. Der Winterdienstler wendet auch sein Fahrzeug und wiederholt das Schieben. Oder wie auf der Bahnhofstraße am Oberen Bahnhof fährt er gleich vier Mal rauf und runter. „Da sind schließlich vier Spuren freizulegen.“
Motorsport und Kochen
Wenn Roland Bromnitz in seinem Unimog sitzt – es ist ein Spezial-Lkw, der im Winter mit einem riesigen Schild im Frontbereich ausgerüstet ist – fühlt sich der Plauener in seinem Element. Ruhig führt er das Gefährt, das in seinem Hauptbehälter hinterm Fahrerhaus zwei Tonnen Salz mitführt und in zwei Tanks über 200 Liter Salzlauge. Diese Mittel werden von Bummi mittels Knopfdruck je nach Bedarf über Düsen und einer sich drehenden Scheibe am Ende des Lkw auf die Straße gebracht.
Der Kraftfahrer der AEP mag alles, was einen Motor hat, gesteht er. Beruflich wie privat. „Ich arbeite in der Freizeit im Vogtländischen Motorsportclub mit, bin bei der Vogtlandrallye im Organisationsstab“, erzählt der kräftige Mann mit ruhiger, lauter Stimme, den Krach draußen vom Schieber übertönend, dabei das große Lenkrad gekonnt führend. Und eine weitere Leidenschaft pflegt Bummi Bromnitz. Das Kochen. „Sieht man doch“, meint er und hält sich dabei den soliden Bauch. Am liebsten bereitet er Rinderrouladen für sich, seine Frau Wendy und seine beiden Töchter zu. „Aber auch Nudeln sind was Feines. Pasta ist ja fast ein Grundnahrungsmittel.“
Wieder Schweigen und erhöhte Konzentration. Die Breitscheidstraße ist dran. Die beräumt Bromnitz in fünf Minuten. Ein Mal hin, ein Mal her. „Hier ist viel Verkehr tagsüber, da macht sich das ordentlich öfter zu schieben. Aber es ist so, das man nach drei Stunden wieder von vorn anfängt“, weiß der Plauener. Und er schimpft etwas, aber wirkt dabei nicht wirklich böse, dass manche Straßen nicht so toll in Schuss sind. „Die Karolastraße ist sehr hügelig. Da bleibt immer Schnee in den Dellen.“
Was ihn noch störe als Mann vom Winterdienst? „Ach weißt de, mitunter sind die anderen Verkehrsteilnehmer nicht so einsichtig, sie fahren schnell auf einen zu oder überholen den Unimog, obwohl die Straße eng und unübersichtlich ist.“ Bummi hat das Fenster auf seiner Fahrerseite offen. Er hält den Arm raus, winkt Pkw-Fahrer vorbei, dirigiert fast den Verkehr, als er ein Wendemanöver und einen Spurwechsel vorbereitet. Okay, gut gegangen.
Die Sache mit dem Schnee
Ist Roland Bromnitz schon mal mit dem Lkw beinahe stecken geblieben wegen des Schnees? „Nee, aber vor zwei Jahren habe ich auf einer Straße in Kauschwitz fast keine Spur mehr hinbekommen, so viel hat es da geschneit – und es war auch noch verweht“, erzählt der Plauener. Auch für die Bürger ist das mit dem Winter, dem Winterdienst und dem Schnee nicht so einfach. Mitunter sind einfach die Einfahrt zum Grundstück oder das Auto mit Schnee etwas zugeschoben, weil Bromnitz oder seine Kollegen zuvor vorbeifuhren. „Irgendwohin muss der Schnee, ja, aber ich sehe schon zu, dass ich bei einer Ausfahrt den Schieber nicht einsetze oder noch mal Anlauf nehme und den Schnee wegschiebe.“
Eine halbe Stunde Pause hat Bummi nach vier Stunden. Es ist Zeit für einen Kaffee im Hauptquartier der Abfallentsorgung Plauen in der Kloppstockstraße. Entspannen, einen Plausch mit Kollegen. Dann fährt Bromnitz mit seinem Unimog wieder die Straßen ab.
Der Schneefall ist intensiver geworden. Aber mit Ruhe und Geschick zieht Bummi weiter bis in den Abend hinein die Fahrspuren für die anderen Verkehrsteilnehmer. Der Schieber rattert über Asphalt oder Kopfsteinpflaster, die Warnfahnen wehen und das gelbe Rundumlicht dreht sich dazu: Und verkündet: Achtung Winterdienst!
Von Frank Blenz
2010-01-11
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Kommentar von _Kai Grünler am 11.01.2010; 16:57:20 Uhr
Kommentar zu Winterdienst im Vogtland dank "Daisy" im Dauereinsatz
Großen Respekt an all jene, die gegen diese Schneemassen kämpfen. Ich wünsche mir nur, dass Stadt und Landkreis ebenso akribisch und schnell dafür sorgen, dass ALLE Straßen UND Gewege sowie SÄMTLICHE öffentlichen Parkplätze in der Stadt vollständig beräumt werden.Als Grundstückseigentümer muss ich meiner Räumpflicht täglich sofort nachkommen, da kann ich nur erwarten, dass unsere Straßenreinigungsgebühr und Steuern auch entsprechend Nutzbringend eingesetzt werden und zwar auch auf Nebenstrecken, dort, wo die Bürger wohnen und Ihre Fahrzeuge abparken. Derzeit werden sämtliche öffentlichen Parkplätze mit Schneehäufen versperrt. Irgendwann ist man genötigt, sein Fahrzeug einfach auf der Straße stehen zu lassen.
Macht 24 Stunden Schichten. Räumt Nachts die Straßen und tagsüber die Schneehäufen von den Wegen.
Die Bürger werden es Euch danken!