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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener legen am Samstag A72 lahm
Plauen – Klaus Gerstner ist ein akribischer, ehrlicher, kämpferischer Mann. Er organisiert innerhalb der „Bürgerinitiative Lärmschutz an der A72 bei Plauen“ eine Aktion, die ihm vor ein paar Jahren in dieser Form wohl nie in den Sinn gekommen wäre.
Gerstner seine Freunde und Nachbarn, blockieren am Samstag für 30 Minuten die nahe Autobahn A 72 mit ihren eigenen Fahrzeugen in Form eines Langsamfahr-Konvois. Die Veranstalter rechnen mit etwa bis zu 50 Fahrzegen.
Die Menschen, die an diesem Abschnitt der A 72 leben, haben schlichtweg die Schnauze voll. Der Klangpegel vorbeidüsender Autos und vor allem der Lkws von Nord nach Süd und umgekehrt ebbt immer seltener ab. 16 000 Lkw rollen inzwischen pro Tag Güter über die laute Piste, wurde gezählt. Dabei wäre es ein Leichtes, Abhilfe zu schaffen, findet die BI. Aber passiert ist bis jetzt nichts. Die Initiative verweist darauf, dass dieser Autobahnabschnitt mit steigender Tendenz zu den meist frequentierten Autobahnen im Bundesgebiet zähle und beim Ausbau der Strecke von 1990 bis 1994 von den Behörden zugelassen worden sei, dass Pläne aus den 1930er Jahren zur Grundlage von Berechnungen beim Ausbau verwendet werden konnten. So seien neu entstandene Wohngebiete oder „Lärm optimierende Geländeprofile“ erst gar nicht berücksichtigt, kritisiert Gerstner und Gleichgesinnte.
Mehrere Jahre versuchen inzwischen Anwohner, die sich in der Bürgerinitiative zusammenfanden, mit demokratischen Mitteln Politiker und Behörden zur Einhaltung der vom Staat erlassenen Lärmschutzgesetze zu bewegen. Vergeblich. So demonstrieren die Sorgaer am Samstag. Auf ihre Art. Genehmigt und abgesichert von der Polizei. Sie tun es, um auf eine für sie mehr und mehr schwer zu ertragende Realität hinzuweisen: Die schnelle Straße an ihrem Zuhause wird nach dem Ausbau zunehmend befahren, aber Maßnahmen für einen guten Lärmschutz werden immer noch nicht getroffen.
Die werden nicht getroffen vom Freistaat Sachsen, der für Lärmschutz zuständig ist. Der Schutz werde nicht getroffen vom Bund, der für die Autobahnen zuständig ist. Es gibt weder Lärmschutzwände, noch Flüsterasphalt. Zehn Uhr morgens werden sich die Teilnehmer mit ihren Pkws im Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa einfinden, informiert der Mann der BI in der letzten Lagebesprechung im Vereinsheim Sorga im Plauener Stadtteil Reusa. Dann fahren die Aktivisten über Plauen Süd auf der A 72 diszipliniert auf diese Schnellstraße. Sie werden, dort angekommen, kaum 30 Stundenkilometer fahren. Bummeln als Protest lautet die Losung.
Bei Plauen Ost ist dann Abfahrt, die Kolonne fährt nach Chrieschwitz, um auf dem Parkplatz an der Festhalle zu einer Abschlusskundgebung zusammenzukommen. „Leider wurden bislang alle Initiativen abgeschmettert, was die Bürger nunmehr veranlasst, sich neu zu konstituieren und offensiver als bisher ihre Interessen durchzusetzen“, heißt es auf der Internetseite. va
2010-08-19
Kommentar von _Marco Barchfeld am 20.08.2010; 22:59:25 Uhr
Kommentar zu Plauener legen am Samstag A72 lahm
Natürlich zeugt eine historische Bauplanung(lt. vorliegendem Artikel) gegenüber heutigen Maßstäben erhebliche Defizite. Dies sollte jedoch nicht durch derartige Aktionen, welche fast ausschließlich den überregionalen Verkehr treffen, geschehen.Kommentar zu Plauener legen am Samstag A72 lahm?
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Kommentar von _Michael Beurich am 20.08.2010; 19:10:40 Uhr
Kommentar zu Plauener legen am Samstag A72 lahm
Sicherlich kann ich die genervten Anrainer verstehen, doch ob solch eine sinnlose Aktion einen Erfolg bringt, sei dahingestellt und von meiner Warte aus bezweifelt. Menschen die die A72 befahren, können ja nun wirklich nichts für die baulichen/planungstechnischen Mängel und müssen nun, dank solcher Leute, dafür leiden. Ich kann die Belange der Anlieger verstehen, habe aber kein Verständnis für künstlich erzeugte Staus