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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Biker-Fete in Plauen ruft Polizei auf den Plan
Plauen – Die über der Plauener Innenstadt liegende Ruhe wurde am Samstagnachmittag jäh gestört. Zahlreiche Passanten richteten immer wieder die Blicke gen Himmel. Dort kreiste ein Polizeihubschrauber und in der Nähe des Hradschin waren die Einsatzkräfte in Schwarz auch nicht zu übersehen.
Und in der Tat: Die deutlich erhöhte Polizeipräsenz hatte ihren Grund. Für den Abend hatte die örtliche Biker-Szene zur Winterparty eingeladen. Und die harten Jungs kamen denn auch zur Fete in die „Ranch“ in der Eugen-Fritzsch-Straße. Seitens der Polizei in Zwickau hieß es auf Anfrage, dass man durchaus von deutschlandweiter Beteiligung sprechen könne. 200 Biker waren der auf der Internet-Seite des Plauener Clubs „Blood Red Selection“ veröffentlichten Einladung gefolgt. Die Plauener gelten als Unterstützerclub der Hells Angels, macht Uwe Singer von der Polizeidirektion Südwestsachsen in Zwickau auf die Hintergründe aufmerksam.
Es handelte sich um eine ordnungsgemäß angekündigte Veranstaltung, sagt Singer, die die Polizei dennoch auf den Plan rief, weil sich gleichzeitig 70 bis 80 „Gegenspieler“, also Mitglieder rivalisierender Clubs angesagt hatten. Diese auseinander zu halten, sei der einzige Grund der Polizeipräsenz gewesen, sagt Singer und beziffert die im Einsatz befindlichen Polizeikräfte aus ganz Sachsen auf etwa 170. Weshalb diese schon Stunden vor der Veranstaltung in der Innenstadt rund um den Hradschin „in Stellung“ gingen und auch ein Polizeihubschrauber über der City kreiste? „Die Anreise der Rocker erfolgte ja den ganzen Tag über und wir wollten einfach nicht die Zweiten sein. Der Hubschrauber diente ebenfalls der so genannten Anfahrtsüberwachung“, gibt Singer Auskunft und fügt an, dass es zu keinerlei Ausschreitungen kam. „Zu überprüfen, was hinter verschlossene Türen abgeht oder nicht, ist nicht unsere Aufgabe. Vor dem Veranstaltungsgebäude gab es jedenfalls keinen Ärger“, fasst der Diensthabende zusammen.
Bereits Ende vorigen Jahres hatte das „PR-Team 81“ auf der Internetseite der „Blood Red Selection“ vor einem bundesweiten Polizeieinsatz gegen die Rockerszene „gewarnt“. Dies sei aus „höheren Polizeikreisen durchgesickert“. Zweifelsohne war damit aber das Treffen in Plauen nicht gemeint. Und auch Singer bestätigt einen rein prophylaktischen Einsatz, da die Rockserszene deutschlandweit unter Beobachtung stehe. Vor reichlich einem Jahr, am 31. Januar 2010, war das Vereinsheim der Plauener Biker völlig abgebrannt und Spekulationen ins Kraut geschossen. Endgültig aufgeklärt wurde der Brand bis heute nicht.
Derweil machen die „Blood Reds“ bereits auf den nächsten Höhepunkt der Szene aufmerksam – die Spring Party des HAMC Hof am 9. April. tp
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