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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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In Plauen öffnet erste Moschee im Vogtland
Es ist eine von mehr als 200 in Deutschland
Plauen – Imam Mohammed Hamidi, seit einigen Jahren stolzer Plauener, in Tunis (Tunesien) geboren, schaut noch ein bisschen zufriedener aus. Endlich haben er und seine Glaubensgemeinschaft einen ordentlichen Platz, Gebete zusammen zu halten und zu feiern. „Ja, das ist unsere Moschee“, sagt der Geistliche mit fester Stimme.
Bis vor einiger Zeit noch mussten sie mit einem kleinen Hinterhofzimmer in der Moritzstraße vorlieb nehmen. Nun empfängt Mohammed Hamidi in seinem weißen Gewand die Mitglieder seiner Gemeinde, dem Verein „Vogtländisch-islamisches Zentrum Al-Muhadjirin“, Zugereiste und Neugierige in dem neuen Gebetssaal seiner Moschee in der Dobenaustraße Plauen, der ersten weit und breit im Vogtland.
Es ist eine von mehr als 200 in Deutschland. Nach Angaben des Zentralinstituts Islam Archiv Soest gibt es außerdem etwa 2600 Gebetshäuser und weitere ungezählte Räume in Hinterhöfen. In einer ehemaligen Gaststätte haben sich die Gläubigen einen etwa 80 Quadratmeter großen Raum eingerichtet. Mit blauem Teppich ist der Boden ausgelegt. Auf einem weiteren schmalen Teppich steht, kniet oder verneigt sich der Imam beim Gebet. Hinter dem Prediger tun es die anderen Moscheebesucher ihm gleich. Sonor und ruhig wiederholt Hamidi die Ansprache gen Mekka, die Lobpreisung und Verneigung vor Allah und die Ehrerbietung an Mohammed, dem Propheten.
Schlicht sieht die Szenerie aus, kein Schmuck ziert die Wände, ein gebrauchter Regalschrank bewahrt die Koranbücher, Informationshefte, Literatur und ein paar kleine Parfümfläschen auf, die nach dem Gebet gern von den Moscheebesuchern genutzt werden. An einer offenen Garderobe haben Mitglieder des Vereins ihre Gebetskleidung aufgehängt. Vor dem Gebetsraum stehen in einem Vorraum oft viele Paar Schuhe, Muslime ziehen diese vor dem Betreten der Moschee aus. „Wir Muslime beten täglich fünf Mal, der Ort ist dabei nicht entscheidend. Jetzt haben wir unser Haus täglich für das gemeinsame Beten geöffnet“, erläutert der Imam, der neben seiner geistlichen Tätigkeit im weltlichen als Kfz-Händler arbeitet.
Der Freitag ist für ihn und die anderen Muslime, was für Deutsche der Sonntag ist: Ein Feiertag. Gerade am 18. Dezember feierten die Plauener Muslime ein bisschen mehr als sonst: Es wurde das Neujahr im muslimischen Kalender begangen. „50 bis 60 Leute kamen zum Feiern“, so der Imam. Beim Freitagsgebet und an Feiertagen ist eine Predigt von der Kanzel, der so genannten Minbar, aus vorgesehen, sagt Hamidi. „In den Reden bei unseren Gebetsstunden sprechen wir auch über den Alltag, über das Tagesgeschehen und über ein vorbildliches Leben, auf das wir zwischen den fünf Gebeten Gutes tun“, erzählt der Geistliche.
15 Mitglieder hat der Verein „Al-Muhadjirin“, das Gebäude ist Eigentum der Gemeinschaft, sagt Hamidi.
„Es war nicht schwer, von den Behörden die Genehmigung für unsere Gemeinde zu erhalten“, erzählt der Plauener. Aber sonstige Unterstützung habe man bisher keine erfahren, verhehlt der Imam nicht. „Der Gebetsraum soll erst der der Anfang sein. Nächstes Jahr wollen wir in der ersten Etage einen Raum einrichten, in dem man Arabisch und Religion lehren kann“, blickt Hamidi schon mal voraus, der das Haus in der Dobenaustraße zu einem kulturellen und religiösen Zentrum des Islam im Vogtland entwickeln will.
Von Frank Blenz
2009-12-28
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Kommentar von _Plauener am 01.01.2010; 19:08:53 Uhr
Kommentar zu In Plauen öffnet erste Moschee im Vogtland
Eigentlich nur eine Frage: Gibt es diese Einrichtung nicht schon länger? Ich gehe dort regelmäßig vorbei und sehe die Männer schon seit etwa einem Jahr dort ein und aus gehen.