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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Göltzschtalbrücke bekommt wieder Ballon
Netzschkau – Die Vision, per Ballonkran schwere Lasten zu heben, soll sich an der Göltzschtalbrücke verwirklichen. Nun wurden die Winden für das System geliefert – Ende Oktober soll der Ballon folgen.
Mit der „Leichter-als-Luft-Technologie“ eröffneten sich der Baubranche völlig neue Möglichkeiten zu bauen und Lasten zu heben, erklärt Dr. Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz, Aufsichtsratschef von CargoLifter GmbH. Schwere Rotoren von Windrädern oder – wie schon getestet – ein 55 Tonnen schwerer Minenräumpanzer – schweben wie durch Zauberhand durch die Luft. In der Bau- und der Windenergie-Branche suchen denn auch die innovativen Männer von CargoLifter ihre späteren Kunden. Und das international. Das Ballonkransystem beweise gerade seine Stärke beim Einsatz in unwegsamen Gebieten, dort, wo die Infrastruktur schlecht ist, wo es Felsklüfte, Schluchten, Serpentinen gebe.
Weil die seit Jahren bestehende Göltzschtal Touristik GmbH (GTG), Vorbetreiber des Aussichtsballons, eine Luftfahrtgenehmigung besaß, wurde der Standort an der Göltzschtalbrücke für CargoLifter interessant. Man kaufte sich in die GTG ein: Je 45 Prozent halten CargoLifter und die LTA Technologie AG, einer Nachfolgegesellschaft von Cargo, sowie mit zehn Prozent sitzt der Verein „Zukunft in Brand“ im Boot.
Testen wird man noch 2010 vorerst das Heben von Lasten bis zu zwei Tonnen. „Das ist in etwa ein Auto, das am Kran hängen wird“, sagt LTA-Vorstand Peter Hufnagel. Dazu sind ein mit Helium gefüllter Ballon von 18 Meter Durchmesser, 3000 Kubikmeter Volumen, sowie drei Spillwinden zu je 2,5 Tonnen und drei 16 Millimeter dicke Stahlseile nötig. Gestern wurden die von der Firma Zeck aus Bayern hergestellten Winden geliefert. Demnächst soll die Ballonhülle folgen. Die kommt aus Moskau, wo der Ballon bereits als Touristen-Attraktion, ähnlich dem früheren an der Göltzschtalbrücke, in Betrieb war.
Mittels der drei Seile, die den Ballon halten, könne man eine optimale Statik herstellen, so dass schwere Lasten nicht zu pendeln beginnen. Die Winden verfügen über eine Zugkraft von bis zu 7,5 Tonnen – von Gablenz vergleicht sie mit Skilift-Qualität.
Nächstes Jahr will man Tests mit einem größeren Ballon durchführen, der 3,5 Tonnen zu heben vermag, und danach gar die Tragfähigkeit von 20 Tonnen erproben. Später soll es auch möglich sein, fahrbare Winden einzusetzen, so dass der Ballon Güter auch auf längere Distanzen transportieren kann. Gefüllt wird der erste Ballon mit Helium – später heißt die Füllung Wasserstoff. Damit könne man mehr Lasten heben, und Wasserstoff sei auch preiswerter.
In Sachen Ballonhüllen kündigt von Galenz eine Kooperation mit dem Greizer Textilinstitut an. Im Frühjahr dürfen dann auch Touristen wie gehabt nach oben steigen und die Brücke von dort bewundern. 2002 ging CargoLifter in Insolvenz, um sich 2005 mit ihrer Idee des Hebens und Transportierens erneut zu gründen. Ein weiteres Projekt von CargoLifter ist der Gütertransport per Luftschiff. cze
2010-10-10
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