Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...
Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
Lafontaine- Rückzug löst Kandidatenschwemme aus
Facebook- Börsengang beschäftigt Justiz
Spanier protestieren gegen Bildungs- Sparpaket
Präsidentschaftswahl in Ägypten
"Scottys" Asche endlich im All
Das Wetter heute in:
Schnelleinstieg:
Kinowelt
Schlagzeilen von Vogtland-Anzeiger.de
Meinungen und Vorschläge
Sie haben einen Leserbrief zu einem aktuellen Thema in unserer Zeitung? Dann schicken Sie diesen bitte direkt an unsere Redaktion. Auch wenn Sie einen Themenvorschlag aus dem Vogtland oder Kritik haben, können Sie uns informieren. redaktion@vogtland-anzeiger.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.
Täglich aktuelle Nachrichten
Täglich aktuelle Nachrichten bekommen Sie mit unserem RSS-Feed. Kopieren Sie einfach den Link in Ihren Feed-Reader oder legen Sie ihn als dynamisches Lesezeichen in Ihrem Browser an. >> RSS-FEED: Vogtland-Anzeiger.de
>> RSS-FEED: Vogtland-Sport.de
>> Unsere Nachrichten auf Ihrer Seite
>> Service: Was ist RSS?
Aktuelle Umfrage:
Vogtland-Anzeiger Newsletter
Aufwendige Sanierung der Plauener Lutherkirche
Plauen – Auch eine höhere Macht hätte es auf Dauer kaum verhindern können, dass den Besuchern der Lutherkirche irgendwann buchstäblich das Dach auf den Kopf gefallen wäre. Denn das Gotteshaus im Zentrum der Stadt ist dringender sanierungsbedürftig als es von außen den Anschein weckt.
Um den Mitgliedern des Bauausschusses eine Vorstellung vom Stand der Arbeiten zu vermitteln, fand am Montag ein Vor-Ort-Termin statt, der bis unmittelbar unters Dach des 1422 geweihten Hauses führte.
Zunächst informierte im Lutherhaus der die Sanierung leitende Architekt Harald Schneider über den vor Sanierungsbeginn vorgefundenen Zustand des Gotteshauses. Baulärm statt Andacht herrscht hier seit 2008, nach Bewilligung der Fördermittel. Weitere vier Jahre vorher fand zunächst eine grobe Schätzung der anstehenden Baukosten statt, die sich vor allem auf die Außenfassade und den Innenraum konzentrierte. Voruntersuchungen konnten quasi nur die Spitze des Eisberges zutage fördern, da lediglich jene Teile sichtbar wurden, die ohne Gerüst erreicht werden konnten.
Anhand von Dias machte Schneider das wahre Ausmaß der Schäden deutlich. Vor diesem Hintegrund könne man von Glück reden, dass der wertvolle barocke Altar bereits 1983 vor dem Verfall bewahrt und saniert werden konnte. Wesentlich schlechter als zunächst erkennbar erwies sich die Dachsubstanz. Ein Großteil der Balken habe Kernfäule aufgewiesen, so der erfahrene Architekt, dessen Team in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Kirchen erfolgreich sanierte. Balkenfeld für Balkenfeld wird derzeit behandelt, jeder einzelne Holzklotz numeriert. Auch dass das Gebäude vermutlich schon seit 1983 über keine Mauerschwellen mehr verfügt, wurde erst nach der Einrüstung sichtbar. Dies, wie auch die Tatsache, dass die Rundbögen erst im 19. Jahrhundert eingefügt wurden, bildet die Ursache zahlreicher Mauerrisse.
Dennoch bezeichnet Schneider den Dachbereich als die eigentliche Herausforderung. Denn nicht nur die Witterung, sondern auch 1983 aufgebrachte Holzschutzmittel führten zur Korrosion. Zudem habe eine Luftanalyse ergeben, dass es sich bei den Holzschutzmitteln um hoch schädliche Stoffe handelte, die nun von einer Spezialfirma abgesaugt werden müssen. Ebenfalls erst bei genauer Betrachtung stellte sich heraus, dass auch das Fachwerk im Außenbereich völlig von Fäulnis betroffen war.
Inzwischen wurde das Oberdach vollkommen verschalt, mit Schiefern verlegt und neuen Dachgauben versehen – die alten waren regelrecht zerfallen. Ein dickes Lob zollt der Architekt allen beteiligten Firmen. Gleichzeitig machte er auf die sich in den letzten zehn Jahren verdreifachten Kosten im Bauleitungsbereich aufmerksam, weshalb sein Büro stets versuche, die finanziell optimalste Lösung zu finden. Dies beziehe sich beispielsweise auch auf die Montage eines so genannten Absteifungsgerüstes, das auch der Sicherheit der Arbeiter bei eventuell herabstürzenden Gewölbeteilen dient.
Baubürgermeister Manfred Eberwein hatte sich übrigens bewusst für die „Kirchen-Inspektion“ entschieden, um den Ausschussmitgliedern am Beispiel zu demonstrieren, dass sich von ihnen zu genehmigende Nachtragszahlungen nicht immer vermeiden lassen.
Vor Ort, vorsichtig über die Baustelle in luftige Höhe kraxelnd, bot sich denn auch ein seltenes Bild. Was den Besuchern des Kirchenschiffes optisch kaum sichtbar wird, zeigte sich unterm Dach deutlich: Die Balken neigen sich, die Decke war akut einsturzgefährdet. Nun wurden die betreffenden Teile mit Eisen verrstärkt. Und angesichts der Tatsache, dass der Ringanker auf einer Länge von 75 Metern regelrecht verschwunden war, sei es schon überraschend, dass das Gebäude noch steht, so Schneider.
Mittlerweile wurden zwölf Kubikmeter Beton eingebracht und eine dreiviertel Tonne Stahl. Für die Dachschalung wurden 450 Quadratmeter Holz benötigt, für die insgesamt 300 Meter neuen Balken bedurfte es 17 Kubikmeter Holz. Außerdem mussten aus dem Dachgeschoss 40 Kubikmeter Schutt, mühsam in Eimern, entsorgt werden. Zudem wurden 450 Quadratmeter Schieferfläche entfernt, um zunächst die Last zu verringern.
Als Ziel für den Abschluss der Bauarbeiten, in deren Zuge auch die Dampfheizung und die Elektrik erneuert werden, gilt der Palmsonntag nächsten Jahres. Finanziert wird das rund eine Million teure Projekt zu 80 Prozent mit Mitteln des Freistaates, in die verbleibenden 20 Prozent teilen sich je zur Hälfte Kommune und Kirche. tp
2009-10-01
Kommentar zu Aufwendige Sanierung der Plauener Lutherkirche?
Vogtland-Anzeiger jetzt kostenlos testen
Täglich das ganze Vogtland in einer Zeitung und zum günstigsten Zeitungspreis in der Region: Lesen Sie den Vogtland-Anzeiger mit unserem Probeabo zwei Wochen völlig kostenlos. >> mehr dazu...






