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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Neoplan hat gut Arbeit
Plauen – „Im Busbereich ist die Situation keineswegs so katastrophal wie bei den Lastwagen“, erklärte Thorsten Wagner, Sprecher der MAN Nutzfahrzeuge AG, zu der auch Neoplan Plauen gehört. Der hiesige Bushersteller müsse zwar auch Rückgänge bei den Aufträgen verzeichnen, jedoch sei die Auslastung in der Produktion „zufriedenstellend“.
Es werde normal gearbeitet, in manchen Abteilungen sogar Überstunden gemacht.
Nach dem lukrativen Auftrag für 170 Doppeldeckerbusse des neu entwickelten Typs Centroliner für Dubai hatte das Plauener Unternehmen auf einen Folgevertrag gehofft. „Die 170 Busse sind ausgeliefert und fahren auch alle schon in der Millionenmetropole, doch ein weiterer Vertrag kam noch nicht zustande. Die Verhandlungen laufen aber noch“, sagte Wagner.
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Daimler Buses einen Großauftrag über 260 Mercedes-Benz Citaro Stadtbusse vom Emirat Dubai erhalten hat. Die für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in Dubai zuständige „Roads & Transport Authority“ hat sich dieses Mal für die billigere Variante der Stadtbusse entschieden. „Die teueren Doppeldeckerbusse wurden erst einmal auf Eis gelegt“, so Wagner. Für ihn ist die Entscheidung keine gegen Neoplan, nur eine, die einer Wirtschaftskrise auch in Dubai geschuldet sei.
Hingegen läuft weiterhin das Geschäft mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVB). Nach Aussage Wagners haben die Hauptstädter den Kauf von 600 Doppeldeckerbussen bei Neoplan Plauen anvisiert. „Bislang sind bereits 300 ausgeliefert. Die Fertigung der nächsten 100 Busse ist vorgezogen wurden und beginnt bereits im Mai. Für die nächsten Lose und damit für weitere 200 Busse sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Laut Planung sollten sie zwischen 2011 und 2013 ausgeliefert werden.“
Während Aufträge von privaten Busunternehmen eher spärlich fließen, ist der Vorlauf durch Bestellungen des Öffentlichen Personennahverkehrs ein großer Vorteil für den Produzenten. „Diese Aufträge sind in der gegenwärtigen Zeit eine sichere Bank auch für Neoplan. Die künftige Entwicklung müssen wir abwarten“, sagte Wagner und fügt hinzu: „Die Situation in Plauen ist gut, auch deshalb, weil hier komplette Busse gebaut und ausgeliefert werden.“
Mit der Schließung der benachbarten Plauener Gardine im Herbst vergangenen Jahres, hat Neoplan diese Produktionshalle für seine Busfertigung übernommen. 30 ehemalige Mitarbeiter des Textilbetriebes wurden zu Busbauern umgeschult und von diesen wiederum laut Wagner „13 für zwei Jahre befristet“ übernommen.
Angesichts der Auftragsrückgänge hätte sich der Bushersteller von einem Großteil seiner Leiharbeiter getrennt und seien auch befristete Verträge von Neoplan-Mitarbeitern nicht verlängert worden. „In der Summe sind das 84 Frauen und Männer, die je nach Länge ihrer Verträge in den nächsten Monaten keine Beschäftigung bei Neoplan mehr finden können“, erklärt Wagner.
Und zugleich blickt er auf den Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN, dessen Konzernchef Håkan Samuelsson von Umsatzrückgängen bei Lkw bis zu 50 Prozent sprach. Im Lastwagenbereich wird seit Wochen kurz gearbeitet – und das noch für eine längere Zeit.
Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die MAN AG mit rund 36 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mehr als 96 000 verkauften Lastkraftwagen sowie über 7200 verkauften Bussen und Busfahrgestellen der Marken MAN und Neoplan einen Umsatz von 10,6 Milliarden Euro. M. T.
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