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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Marktplatzweihe zum Sperkenfest in Oelsnitz
Oelsnitz – Krönung des Sperkenfestes war am Samstagabend die Marktplatzweihe durch Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Kurz nach 20 Uhr traf er am Rathaus ein – im Schlepp die Abgeordneten von Bund und Land Andrea Roth, Robert Hochbaum und Andreas Heinz.
Vor der großen Bühne war kein Platz mehr frei. Rund 15 Jahre zurück liege der Besuch eines Sächsischen Ministerpräsidenten (Biedenkopf), begrüßte OB Eva-Maria Möbius Sachsens Landesvater. Rund zwei Wochen vor der Landtagswahl ist eben vieles möglich.
Tillich kam direkt aus Plauen, auf seiner Tour besuchte er mit Oelsnitz das fünfte Stadtfest. Doch das sah man dem Ministerpräsidenten nicht an. Gut gelaunt hakte er sich bei Sperkenprinzessin Nadine Lippert und ihrer Hofdame Sarah Grellmann unter. Nach dem Ehrensalut durch die drei Oelsnitzer Schützen Aaron Fläschendräger, Thomas Schirmer und Karl-Heinz Winkler weihte Tillich den Marktplatz und trug sich mit den Worten „Der Stadt Oelsnitz und ihren Bürgern allzeit viel Glück und Gottes Segen“ ins Goldene Buch ein.
Warum musste der Marktplatz noch einmal geweiht werden – nach dem Festakt zum Ende der Bauzeit im November vergangenen Jahres? Das hatte Waltraut Klarner (Die Linke) in der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch wissen wollen. „Weil die Glocken noch nicht fertig waren“, so Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius.
Das neue Geläut aus der Gießerei Lauchhammer war erst am 30. Juli vom Kran auf den Rathausturm gehievt worden. Exakt 20.15 Uhr schlug die mit 72 Kilo kleinere der beiden Bronze-Glocken am Samstag zum ersten Mal an. „Ä wenig leise“, meinte die OB. Die größere Glocke mit 199 Kilo gibt den vollen Stundenschlag an. Der Ton der Bronze klingt edler als jener der alten Eisenglocken. Nach einer Runde Sternquell auf der Bühne mischte sich Tillich unter die Gäste des Sperkenfestes auf dem Marktplatz. Begeistert reagierten die Leute auf den Ministerpräsidenten zum Anfassen. „Hallo, Sie sind ein schöner Mann“, machte die Oelsnitzerin Helga Grünert ihr Kompliment. Tillich schüttelte jede Menge Hände, begrüßte
Stadtführerin Christine Liebenthal in ihrer vogtländischen Tracht am neuen Marktbrunnen und kehrte zum Schluss am Tisch der Oelsnitzer Tank- und Auto-Familien Bier, Sack und Puggel zu einem Blonden ein.
Das Sperkenfest wartete am Samstag mit einem Mammutprogramm auf. Von 10 Uhr bis in die Puppen verwandelt sich die Stadt in eine einzige Partymeile – von der Dr.-Friedrichs-Straße bis zur Jakobikirche, vom Rudolf-Breitscheid-Platz bis zur Rosa-Luxemburg-Straße. In der Innenstadt lockten Spaß, Spiel und Unterhaltung, präsentieren sich Geschäfte, Firmen, Gruppen und Vereine. Nonstopp boten die beiden Bühnen auf dem Marktplatz und in der Dr.-Friedrichs-Straße Musik und Show.
Höhepunkt am Nachmittag war eine "Modenschau der etwas anderen Art“. Für ihre Idee hatten sich Regina und Lisa Busse Unterstützung bei Marina Engelmann vom Historischen Kostümverleih und bei Friseur Müller gesucht. Begleitet von der Jugend-Live-Band „Imaginary Legends“ bot die Modelgruppe mit ihrem frech und freizügig gestalteten bunten Aufzug einen echten Hingucker.
Die Trödelmeile, der Sport, die Feuerwehr – alle boten etwas zum Hinschauen und/oder Mitmachen. Eine Mannschaft der Oelsnitzer FFw kam direkt aus Reichenbach vom Löschangriff, wo sie den 2. Platz belegt hatte – den Sieg holte die Mannschaft aus dem Ortsteil Magwitz. Die Oelsnitzer distanzierten damit das gesamte Zwickauer Land. „Die Veranstalter haben sich viel Mühe gegeben“, meinten die Festbesucher Getraud und Rudolf Jahn. „Doch zum Sperkenfest vor zwei Jahren (dem 650. Stadtjubiläum) kamen viel mehr Leute“, stellten die beiden Oelsnitzer fest.
Evelyn Kaiser von der Diakonie stand mit dem Grünen Wagen auf dem Festgelände vor der Jakobikirche. „Die schöne Atmosphäre hätte mehr Publikum verdient“, fand sie. Die Spielangebote von evangelischer Grundschule und Kita seien so etwas verpufft. Zum Glück sei immer mal ein Schwung Leute vorbeigekommen, welche den Kirchturm besteigen wollten. Im Kircheninneren bot dazu Kantor Gruschwitz feine Musik.
Dr. Berthold Geyer – Jugendamtsleiter des Landkreises – besuchte das Fest in Familie einschließlich Onkel und Tante. Er lobte die „schöne Bummelmeile“ und die Chance für den auswärtig Arbeitenden, „die Stadt an so einem Tag wiederzuentdecken“. Dass alles von einheimischen Kräften organisiert worden war, gefiel ihm besonders. Die neunjährigen Tochter Lena fand für sich die Hupfburg der Feuerwehr am schönsten. Den Hut auf für die Organisation des 8. Sperkenfestes hatte Dietmar Koczy, der Vorsitzende des Gewerbeverbandes – unterstützt von vielen Mitgliedern. „Gut zugestellt und ständig besucht“, zieht er am Abend das Resümee. Glücklich ist er über „die hervorragende Zusammenarbeit mit den Schulen, Vereinen und Kindergärten der Stadt“.
Nach dem Fest ist vor dem Fest. Schon bald stürzt sich Koczy in die Vorbereitung für Nummer 9 im Jahre 2010. Noch bis in die Nacht tobte die Stimmung bei MRB live an der Hauptbühne. An der kleinen Bühne neben der „Altdeutschen“ spielten Gast& Band zum Tanz auf – ganz Oelsnitz hörte mit. Renate Wöllner
2009-08-17
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