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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Letzter Arbeitstag bei Enka Elsterberg
Elsterberg trägt Trauer, überall gedrückte Stimmung: Heute ist offiziell der letzte Arbeitstag der Enka – 340 Leute sind betroffen. Der traditionsreiche Viskoseproduzent würde in diesem Jahr 100 Jahre alt, wenn er nicht zugunsten eines Schwesternwerkes in bayerischen Obernburg geschlossen würde.
Gleichwohl versucht Werkleiter Christian Bartsch, Optimismus zu verbreiten – und kündigt für heute eine Belegschaftsversammlung an: „Dort wird ein potenzieller Investor seine Pläne vorstellen. Wenn er am Standort investieren würde, wäre das eine Möglichkeit, Arbeitsplätze in Elsterberg zu halten.“
Bartsch wollte gestern keine Details nennen über die „intensiven Gespräche in den vergangenen Tagen“, nur soviel: Es gehe nicht um Viskoseproduktion, es habe nichts mit Textilien zu tun. „Es handelt sich um eine ganz andere Branche.“ Bartsch zufolge würde es für die Enka-Beschäftigten für ein Jahr eine Transfer-Gesellschaft geben.
Betriebsrats-Chef Klaus Wirth ist skeptisch. „Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder unsere Gesprächsbereitschaft signalisiert, wenn es was geben sollte. Jetzt, kurz vor Ultimo, soll die große Wende kommen. Es ist schwer, daran zu glauben.“ Wirth und die Mitglieder des Betriebsrates werden bereits 10 Uhr über die Pläne informiert. 13 Uhr folgt die vom Arbeitgeber anberaumte Belegschaftsversammlung und morgen gibt es eine Betriebsversammlung, zu der der Betriebsrat einlädt. „Dort wollen wir rechtliche Fragen klären“, sagt Wirth auf Anfrage unserer Zeitung.
Wirth äußert sich kritisch zu dem Wunsch der Werkleitung, die bisher nicht zustande gekommenen Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan schnellstens zum Abschluss zu bringen. „Am liebsten hätte es Herr Bartsch, wenn das bis morgen erledigt ist. Wer sich anschaut, wie weit die Positionen auseinanderliegen, muss zweifeln: Der Arbeitgeber will schließen – wir wollen die Produktion, die profitabel ist, fortführen.“
Was sagt Wirth zu den 1,2 Millionen, die Enka beim Verkauf der Werkswohnungen an die Stadt Elsterberg erlöst? Ist es Zufall, dass die Enka genau 1,2 Millionen angeboten hat für die Abfindungen? „Keine Ahnung“, sagt Wirth und verweist auf die Formel des Betriebsrates für die Abfindungen: Höhe eines halben Monatslohns mal Dienstjahre. „Das macht insgesamt 12 Millionen Euro – das Zehnfache des Angebots der Arbeitgeber.“
Spätestens heute haben 279 Enka-Beschäftigte ihre Kündigungen im Briefkasten. Rund 60 Beschäftigte müssen noch warten: Frauen im Schwangerschaftsurlaub, im Baby-Jahr, Mitglieder des Betriebsrates. Auch Leute in Altersteilzeit haben keinen Blauen Brief erhalten. Für die 13 Enka-Lehrlinge wurde laut Werkleiter Bartsch eine gute Regelung gefunden: Alle seien an Firmen in der Region vermittelt, wo sie ihre Aubildung beenden. „Wir zahlen die Löhne.“ (ufa)
2009-06-30
Kommentar zu Letzter Arbeitstag bei Enka Elsterberg?
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