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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Kreis-Unternehmen in der Kritik
Markneukirchen – Die Kreisräte bissen sich am Donnerstag im vogtländischen Kreistag an einem Thema fest: Die Allgemeine Dienstleistungsbetrieb Vogtland GmbH (ADB) braucht 55000 Euro. Das Geld soll ADB-Verluste abdecken aus dem Jahr 2008.
ADB betreibt als Firma des Vogtlandkreises Internate, so in Reichenbach (BSZ Technik und Hauswirtschaft), Rodewisch (BSZ Wirtschaft), Morgenröthe (forstliche Außenstelle des BSZ für Ernährung und Hauswirtschaft, Agrarwirtschaft Falkenstein) und Klingenthal (Eliteschule Sport, Julius-Mosen-Gymnasium, Außenstelle Klingentha). Wirtschaftsprüfer stellten fest, dass zum einen 10000 Euro fehlen. Die wurden für zusätzliche Instandsetzungsleistungen der Internate bezahlt, jedoch durch die Geschäftsführung nicht vom Vogtlandkreis abgerufen. Festgestellt wurde zudem eine Unterdeckung der Ausgaben bei Bewirtschaftung des Internates Rodewisch mit einem Minus von 45000 Euro.
Mehrfach in den Ausschüssen diskutiert, taten sich trotzdem während der Kreistagssitzung immer mehr Informationslücken auf. Dazu sagte SPD-Kreisrat Werner Müller, das sei eine Vorlage „unter aller Sau“. FDP-Kreisrat Martin Treeck hatte im Januar bemängelt, dass kein Beteiligungsbericht vorliege. Jedes kleine Unternehmen mache sich mit solcherlei Vorgehen strafbar, rügte der Rechtsanwalt und forderte, rasch Bilanzen für 2009 vorzulegen.
Carmen Künzel (FWV) sah erheblichen Klärungsbedarf und forderte, die Zustimmung zu verweigern. Als Geschäftsführer müsseman das Zahlenwerk überblicken, ansonsten könne man kein Geschäftsführer sein. Die ADB-Geschäftsführung liegt in Händen von Ulrike Groß, die zur Beratung im Publikum saß. „Erschreckend, was hier alles schief gelaufen ist“, fand auch Karin Höfer (Linkspartei. Der Aufsichtsrat habe offensichtlich seine Pflichten verletzt.
Vizelandrat Rolf Keil räumte Fehler ein. Auch sei das Rodewischer Internat eindeutig zu groß. Bereits jetzt ist eine Etage stillgelegt. Über Rückbau werde nachgedacht.Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsrat bescheinigte Keil für die Zukunft viel Arbeit. DSU-Kreisrat Ulrich Lupart forderte, nicht nur mit Bauchschmerzen zu diskutieren, sondern gegen die Vorlage zu stimmen. Daraufhin beantragte Karin Höfer (Linke), den Antrag zumnächsten Kreistag am 2. Dezember neu zu behandeln, angereichert mit Bilanzen von 2009. Zur Abstimmung darüber kam es jedoch nicht. Nach einer von Landrat Lenk für die Fraktionen verordneten Auszeit, zog Höfer ihren Antrag zurück. Sie habe wertvolle Zusatzinformationen erhalten.
Diese Infos überzeugten offensichtlich die Mehrheit der Kreisräte. Sie stimmten bei sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen derVorlage zu. M. Dähn
2010-10-22
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