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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Joel verlor Bewusstsein und ertrank

  100211 Stadtbad Plauen – Es triff niemand eine Schuld am Tod des 18-jährigen Joel aus Plauen: Nach Aussage der Staatsanwaltschaft sei der Gymnasiast mit vollem Magen ins Schwimmbecken gegangen und nach Unwohlsein und Bewusstlosigkeit ertrunken.

„Mit diesem vorläufigen Obduktionsergebnis ist das Verfahren wegen unnatürlichen Todes für uns noch nicht abgeschlossen. Wir warten noch auf das Endgutachten. Im Augenblick gibt es für uns aber keinen Anlass, irgendwelche Ermittlungen einzuleiten“, sagte am Mittwoch die Zwickauer Staatsanwältin Dr. Antje Dietsch. „Weder gegen die Bademeister, die entsprechend ihrer Dienstvorschrift nicht ständig am Nichtschwimmerbecken weilten, noch gegen die drei jungen Leute, die den 18-Jährigen aus der Ferne im Wasser beobachtet und ihn später reanimiert haben.

Auch nicht gegen jene drei Badegäste, die nach ihrer Vermutung, es sei etwas passiert, zum Bademeister rannten. Jeder reagiert eben auf seine Weise. Ein anderer hätte vielleicht gleich zugepackt und den Körper aus dem Wasser gezogen. Doch sie haben zumindest Hilfe geholt. Es gibt keinen Grund zu sagen, es habe jemand seine Pflicht verletzt. Im Gegenteil: Alle Beteiligten dort im Stadtbad haben sich vorbildlich verhalten, haben den bewusstlosen 18-Jährigen ständig beatmet – und er wurde lebendig ins Krankenhaus gebracht. Mehr kann man nicht verlangen“, fügte die Staatsanwältin hinzu.

“Joel sei es beim Schwimmen schlecht geworden, er sei von einem Husten- und Brechreiz überwältigt worden und habe dabei Wasser geschluckt, das gleich in die Lunge ging. Dabei sei er bewusstlos geworden und ertrunken“, sagte Mutti Karmen Krumbacher-Birle. So habe die Polizei ihr das Obduktionsergebnis geschildert. Dass Joel vorher viel gegessen habe, könne sie nicht sagen. „Drei Wiener mit Brot und eine Apfel-Zimt-Schnitte, waren es mittags zu Hause“, sagte sie. Vor dem abendlichen Schwimmen habe er noch bis zum späten Nachmittag Sportunterricht gehabt.

„Es ist sehr traurig, was passierte. Und wir wollen niemanden die Schuld geben. Doch fragen lassen sollten sich schon die Verantwortlichen im Schwimmbad, ob zwei Bademeister ausreichen und ob es nicht besser ist, den Nichtschwimmerbereich ständig zu überwachen. Immerhin halten sich gerade dort Kinder auf – und nicht jedes ist in Begleitung Erwachsener. Ich gehe mit meinen drei kleinen Kindern ein Mal in der Woche ins Schwimmbad und habe schon kritische Situationen beobachtet. Ich möchte, dass keinem weiterem Kind widerfährt, was Joel geschah, der mehr als fünf Minuten unter Wasser lag, bevor ihm geholfen wurde“, sagte die 41-Jährige. Ihre Familie finde die Kraft, um mit dem Tod des Sohnes und Bruders fertig zu werden, bei Gott. „Wir wissen, dass wir Joel wieder sehen.“

Heute findet in der Trauerhalle des Friedhof 1 in Plauen um 14 Uhr eine Abschiedsfeier an Joels Sarg statt. Der Gottesdienst wird von Schülern des Lessing-Gymnasiums und des Christlichen Zentrums, in dem der 18-Jährige Mitglied der Freikirchlichen Gemeinschaft war, gestaltet. Am Samstag wird Joel in Trossingen, dem Heimatort seiner Großeltern und bis zum Umzug vor vier Jahren auch der seinige, beigesetzt. „Viele seiner Schulfreunde sind sehr berührt und wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, Joel auf seinem Weg zu Gott zu begleiten“, sagt Joels Mutti. Die Familie hat einen Bus bestellt, der 6 Uhr vom Netto-Parkplatz am Lessing-Gymnasium abfährt. M. T.

2011-02-10




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