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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Jobangst bei Manroland in Plauen
Die Beschäftigten im Plauener Werk des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Wie die IG Metall gestern mitteilte, drohen auch bei der Plamag ab Februar erhebliche Personalkürzungen.
Plauen - "Es werden nur noch so viele Menschen beschäftigt, wie es von der Auftragslage gedeckt ist", sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann unter Verweis auf Gespräche mit dem Insolvenzverwalter. Konkrete Zahlen zum Stellenabbau wollte er nicht nennen, allerdings würden "20 Prozent mit Sicherheit nicht ausreichen", sagte Kademann. Der mit der Investorensuche beauftragte Werner Schneider werde zum 1. Februar einen definitiven Schnitt machen, egal, ob für alle Unternehmensteile ein Interessent gefunden wurde oder nicht, fügt Kademann gegenüber dem Vogtland-Anzeiger an. In beiden Fällen werde er kein überschüssiges Personal im Boot behalten. Dass Manroland im Paket verakauft werden könne, verweist der Gewerkschafter in das Reich der Wintermärchen. Zwar habe Schneider zugesagt, dass Plauen als Zulieferer fungiere, wenn erst mal nur Augsburg veräußert werde, aber keiner könne sagen in welcher Auftragshöhe, mit welchen technischen Kompetenzen.
Heute werden erneut Gespräche in der Staatskanzlei in Dresden geführt um auszuloten, wie eine sächsische Lösung aussehen könnte - auch für die Leute, die möglicherweise ausscheiden oder in kleineren Betriebsstrukturen arbeiten müssen, avisiert Kademann den Schwerpunkt der anstehenden Gespräche.
Während der gestrigen Betriebsversammlung habe unter der Belegschaft eine angespannte Stimmung geherrscht. "Aber wir haben es als dringend nötig erachtet, den Leuten reinen Wein einzuschenken und sie nicht auf den 23. Januar zu vertrösten, an dem offizielle Verlautbarungen avisiert sind."
Derweil vermeldete die IG Metall die Zusagen der Eigentümer MAN und Allianz zur Bereitstellung von 24 Millionen Euro für Qualifizierungs- und Transfergesellschaften als Teilerfolg für die Belegschaft. "Beide Unternehmen haben erklärt, dass sie Arbeitnehmer von Manroland, die nach einer Insolvenz nicht weiterbeschäftigt werden können, nicht im Regen stehen lassen", sagte IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner in Frankfurt. Allerdings müsse "mit dem Verlust von vielen Arbeitsplätzen" an allen drei Standorten in Augsburg, Offenbach und Plauen gerechnet werden. Die Beschäftigten in Plauen kündigten für diesen Freitag eine Demonstration an. Unter dem Motto "Kein schwarzer Freitag für Manroland" wollen sie ab 9 Uhr vor dem Wende-Denkmal für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße gehen. dapd/tp
2012-01-10
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