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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Insolvenzverfahren für Manroland eröffnet
Das Amtsgericht Augsburg hat das Insolvenzverfahren des Druckmaschinenherstellers Manroland eröffnet. Der bisher vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wird das Verfahren leiten.
Augsburg/Plauen - An den drei deutschen Standorten sind der Insolvenz insgesamt 2500 der einst 4700 Stellen zum Opfer gefallen. "Angesichts der Kürze der Zeit und der Komplexität des Verfahrens ist dieser Wert erfreulich. Trotzdem ist jede Kündigung eigentlich eine zu viel", sagte Schneider. Allein im Plauener Plamag-Werk, dem zuletzt größten Industriebetrieb im Vogtland, wurde die Zahl der Mitarbeiter halbiert. Etwa 350 Mitarbeiter sind beim Neustart der Plamag dabei, etwa genauso viele wechseln in eine Transfergesellschaft, die gestern für sechs Monate ihren Betrieb aufnahm.
Für den Fall, dass die Vermittlung nicht gelingt, droht den Betroffenen anschließend der Sturz in die Arbeitslosigkeit. Schon jetzt arbeitslos sind etwa 100 Ex-Beschäftigte der Plamag, in deren Altersteilzeit zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Ende November 2011 bereits die Ruhephase begonnen hatte.
Unterdessen gibt es nach Informationen der Augsburger Allgemeinen Zeitung aus Industriekreisen Hoffnung für den Offenbacher Standort. Demnach soll der britische Mischkonzern Langley Holdings Interesse an der Fabrik haben. Langley ist bereits mit Firmen in Niedersachsen und nahe Hamburg in Deutschland vertreten. Den Zuschlag für den Augsburger Stammsitz hatte Mitte Januar die Lübecker Possehl-Gruppe erhalten.
Das Plauener Plamag-Werk wird unter Federführung von Schneider fortgeführt, bis Investoren gefunden werden. Nach früheren Angaben der IG Metall gibt es mehrere Interessenten, mit denen es in den kommenden Tagen Gespräche geben soll. Durch Lieferverträge mit den bisherigen Manroland-Werken Augsburg und Offenbach ist bislang nur eine gewisse Grundauslastung der Plamag gesichert. va
2012-02-02
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