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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Hundesteuer: Kein Fall für alle Felle
Kandelhof/Plauen – Hund ist nicht gleich Hund – steuerlich gesehen; und in Plauen ist der Unterschied noch größer: Ein Hund vom Tierschutzverein Vogtland ist bis zu zwei Jahre von der Steuer befreit – ein Hund vom Tierschutzverein Plauen nicht.
Das musste jetzt ein Pärchen aus der Plauener Körnerstraße erfahren: Michael Teuscher und Marit Münchow haben den 27. Februar) übernommen, einen blinden Hund aus dem Tierheim Kandelhof bei Krebes, das vom Tierschutzverein Plauen betrieben wird. „Wir müssen sofort Steuern zahlen. Käme der Hund aus dem Tierheim am Galgenberg, wären wir eine Zeit lang von der steuerbefreit“, sagt Teuscher im Gespräch mit unserer Zeitung: Es geht um 168 Euro – weil der Hund aus dem „falschen“ Tierheim ist.
In Lengenfeld, zum Vergleich, ist es egal: Alle Hunde aus Tierheimen sparen ein Jahr die Hundesteuer.
Und was sagt die Stadt Plauen? „Wir unterstützen nicht den Tierschutzverein sondern das Tierheim in der Stadt Plauen – und das ist das am Galgenberg“, sagt Fachgebietsleiterin Cornelia Korndörfer, die für Steuern und Abgaben zuständig ist. Hunde von dort würden jeweils bis zum 31. Dezember des Folgejahres von der Steuer befreit. Das habe der Stadtrat 2002 festgelegt – „und wir müssen uns dran halten“.
Frau Korndörfer erinnert aber an eine „Vielzahl anderer Ermäßigungen für Hundebesitzer in Plauen, die andere Kommunen nicht bieten“:
Hartz IV-Empfänger zahlen nur die halbe Hundesteuer
Besitzer von „Chip-Hunden“ sparen einmalig 26 Euro
Für Hunde mit Begleithundeprüfung ist nur die halbe Steuer fällig.
Für das Pärchen Michael Teuscher/Marit Münchow spielen diese Vergünstigungen leider keine Rolle. Doch ihren blinden Ricky wollen sie trotzdem nicht wieder hergeben: „Es war Liebe auf den ersten Blick: Wir haben ihn gleich ins Herz geschlossen“, sagt der 26-jährige Teuscher, der bei einem Sicherheitsdienst arbeitet.
„Wir freuen uns auch, dass unser erster Hund, Pekinese Finni, ebenfalls ein gutes Verhältnis zu Ricky hat: Finni hat Platz gemacht auf seinem Hundesofa und gibt auch von seinem Kauknochen ab.“
Weil Ricky blind ist, haben seine neuen „Eltern“ Ecken, Kanten und Tischbeine mit Kissen gepolstert – damit er sich nicht stößt. Und beim Spazierengehen sprechen sie viel mit ihm. „Daran soll er sich orientieren und an den Geräuschen beim Auftreten auf dem Boden“, sagt Teuscher. ufa
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Kommentar von _tomovl am 11.03.2009; 12:50:43 Uhr
Kommentar zu Hundesteuer: Kein Fall für alle Felle
typisch deutsche bürokratie