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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Helmsgrün in der 1. Liga
Jocketa/Helmsgrün - In Deutschland gibt es schätzungsweise 4000 Biogasanlagen. Kaum zu glauben, dass eine vogtländische Firma mitmischt, diese Anlagen zu verbessern: Mit einer Erfindung der Lehmann Maschinenbau GmbH aus Jocketa können die Anlagen schneller mehr und billiger Energie erzeugen. Wer es nicht glaubt, ist Samstag nach Helmsgrün an die Talsperre Pöhl eingeladen zur Einweihung einer Demo-Anlage.
Firmen-Chef Lehmann hat sich mit dem Projekt bei einer bundesweiten Initiative beworben, die unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. "Insgesamt gab es 2071 Bewerbungen: aus der Wirtschaft, aber auch aus Kunst und Kultur, aus Politik und Gesellschaft. 365 Projekte wurden ausgewählt - Helmsgrün ist dabei", sagt der 60-Jährige stolz.
Das Dorf im Vogtland gehört damit zu den "365 Orten im Land der Ideen", der größten Veranstaltungsreihe Deutschlands: Denn ein Jahr lang wird jeden Tag ein anderes Projekt gefeiert: Am heutigen Freitag ist es eine Initiative aus Köln, die Wünsche schwerkranker junger Menschen erfüllt. Übermorgen, am Sonntag, wird Dampf in allen Gassen gemacht: Die Gemeinde Unterhaching versorgt ihre Bürger mit Energie aus dem Erdinnern.
Und morgen ist das Vogtland dran: Lehmann eröffnet seine Anlage in Helmsgrün unter dem Motto: "Den Mund voll nehmen", was die Bakterien meint, die nachwachsende Rohstoffe und Festmist in Methangas umsetzen, das in Energie umgewandelt wird.
Das Objekt in Helmsgrün war früher eine Milchviehanlage mit vier Kuhställen. Ein Teil nutzt Lehmann schon länger als Technikum, um neue Verfahren auszuprobieren und mit Holz, Faserstoffen und Hanf zu experimentieren. Im vergangenen Jahr begann der Bau der Demo-Biogas-Anlage mit "hoher, knapp 50-prozentiger Förderung", wie Lehmann sagt. Hier will der Unternehmer zeigen, wie man ohne Gülle und wenig Mais die Energieausbeute erhöht - und er will Produkte zeigen, die er ebenfalls produziert: Förderschnecken, Dosierer, Bio-Filter, Rührwerke. . .
Der Energieausstoß der Anlage reiche zum Heizen, zum Produzieren - und um Ideen umsetzen: Lehmann spricht vom Champignon-Anbau in Helmsgrün und der Fischzucht. "Zum Beispiel afrikanische Welse - aber das ist Zukunftsmusik." ufa
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