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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Großfriesener retten Hunde vorm sicheren Tod

Hunde Großfriesen – Palma und Noelia entkamen beide in Spanien nur knapp dem Tod und haben nun in Großfriesen bei Plauen Familienanschluss gefunden. Ängstlich aber mittlerweile auch sehr anhänglich sind die beiden Hündinnen die Prinzessinnen bei Kathrin und Michael Scholz.


Schon immer war das Ehepaar sehr tierlieb. Die Tochter ist mittlerweile erwachsen und ausgezogen. So spielten sie mit dem Gedanke, sich einen Hund anzuschaffen. Bei einer Tiervermittlungssendung im Fernsehen sah Kathrin Scholz einen Podenco. Podencos sind grazile, mediterrane Jagdhunde, die Windhunden sehr ähneln. Durch ihre großen, nach oben stehenden Ohren und die schlanke Körperform wirken sie relativ groß und sind je nach Region in verschiedenen Farbvarianten zu finden.


Obwohl Michael Scholz eher Husky-Fan war, verguckten sich beide in diese Rasse und meldeten sich kurzerhand im Tierheim in Kiel. Am 14. August 2004 holten sie Palma zu sich nach Hause. Sie war abgemagert, krank und absolut menschenscheu. Vermutlich hat sie sich als „wilder Hund“ mit Katzen zusammen irgendwo in Spanien durchgeschlagen. In Palma de Mallorca wurde sie aus einer Tötungsstation gerettet und nach Deutschland gebracht.
Von einer Mittelmeerkrankheit gezeichnet und nur noch Haut und Knochen saß die Hündin anfangs nur zitternd in einer Ecke. Lange brauchte sie, um ihre Angst zu überwinden. Mit viel Geduld und Liebe wurde sie aufgepäppelt und ärztlich versorgt. „Erst seit diesem Jahr ist sie richtig zugänglich geworden. Sonst ist sie sanft und ruhig, aber von der Leine gelassen werden kann sie nicht. Sie hat schon ihren eigenen Kopf“, erzählt Scholz. Wohl auch deshalb leuchtet auf ihrem Geschirr zum Ausgehen der Aufdruck „Zicke“.


2007 erfuhr die Familie von acht Hunden aus dem Rennmilieu in Madrid, die von Tierschützern frei gekauft und im Tierheim Kandelhof aufgenommen wurden. Nach Spaziergängen stand fest, Noelia war diejenige, die am besten mit Palma harmonierte. Die Galgo-Dame war von Anfang an zutraulich und anhänglich. Jedoch war ihr Körper von Wunden übersäht. Unglaublich geschunden sah sie aus. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte, in ihr schlummerte eine eigentlich tödliche Krankheit.


Galgos sind spanische Windhunde. Sie gelten als ruhig im Haus und auf seine Bezugspersonen fixiert. Intelligent, neugierig und pflegeleicht – Charaktereigenschaften die Noelia voll und ganz beweist. Freundlich reagieren beide Hunde auf Besuch, während Palma aber nach wenigen Augenblicken das Interesse verliert, lässt die etwas größere Noelia nicht locker. Sie schnüffelt, stupst und untersucht auf freundliche Weise so lange, bis sie von ihrem Herrchen zum Platz gerufen wird. Und den sucht sie sich auch gleich, ganz bequem mitten auf der Couch.


So wie sie da liegt, recht gut genährt, ist ihr die Krankheit nicht anzusehen. Kurz nach ihrer Ankunft in Großfriesen ging es ihr von Tag zu Tag sichtlich schlechter. In der Tierklinik in Dresden dann die Diagnose – Leishmaniose. Dies ist eine weltweit vorkommende Parasitose bei Mensch und Tier, die durch den Stich der Sandmücke übertragen wird. Das eigentlich in Deutschland angewendete Gichtmittel schlug nicht an. Ein Plauener Tierarzt engagierte sich sehr und beschaffte ein Medikament aus Frankreich. In einer Art Chemotherapie wurde die Hündin behandelt. Heilbar sei die Krankheit nicht, allerdings in den Griff zu bekommen, weiß Michael Scholz. Erhebliche Tierarztkosten verursachten die Erkrankungen der vier- und achtjährigen Hunde in der Vergangenheit schon, doch schließlich danken sie es mit ihrem entgegen gebrachten Vertrauen auch wieder.


So ruhig sich beide im Haus verhalten, so temperamentvoll sind sie, sobald es in den Garten geht. Unglaublich viel Auslauf bietet das Grundstück und das wird voll und ganz genutzt. „Den Zaun habe ich schon aufstocken müssen, denn die normale Höhe überwinden sie mit Leichtigkeit. Sind beide bei bester Laune, fegen sie am Zaun entlang, Runde für Runde. Nachbarn und Bekannte haben schon gesagt, für so eine Show könnten wir glatt Eintritt verlangen“, lacht Scholz.


Besonders verrückt seien die „Damen“ nach Eichhörnchen. Wenn sich doch mal eins in die Nähe verirrt, dann gibt es kein Halten mehr. Der Jagdtrieb ist nach wie vor da und natürlich die Schnelligkeit. Nur wenn das Eichhörnchen von den Zweigen nach unten grinst, haben die beiden das Nachsehen.

 

Seit Jahren ist der Großfriesener Mitglied im Podenco-Club und arbeitet dort auch aktiv mit. Etwa 1000 Leute zählen sich inzwischen dazu, allerdings sei nur ein Kern von etwa 60 regelmäßig aktiv und trifft sich am Hauptsitz im Ruhrgebiet. Tierschutz wird dabei groß geschrieben, aber auch die Hilfe untereinander gehört zu den zentralen Aufgaben. So musste beispielsweise der Hund eines Mitglieds kürzlich operiert werden. Allein konnte die Besitzerin das Geld aber nicht aufbringen, so wurde ganz schnell eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die innerhalb eines Tages die Finanzierung der Behandlung ermöglichte.  S. Rössel
 www.podencoclub.de




Kommentar von _HaPhKaHo am 26.10.2009; 17:50:29 Uhr

Kommentar zu Großfriesener retten Hunde vorm sicheren Tod

Du bist doch immer wieder für eine Überraschung gut, lieber Micha. Glückwunsch zu diesem Beitrag!
Aber: Den Unterschied zwischen RHEINland, BERGISCHEM Land und RUHRgebiet erkläre ich dir beim nächsten Stammtisch- Bierchen nochmal genauer. Das darf dir nicht nochmal passieren;-)

Kommentar zu Großfriesener retten Hunde vorm sicheren Tod?

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