Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Gigant geht auf Probefahrt

achterbahn16Plohn – 1,3 Millionen Nägel eingeschlagen, 80 000 Meter Holz, 60 000 Bolzen, 2500 Kubikmeter Beton und 350 000 Stück Bewährungsstahl verbaut: All das steckt in ostdeutschlands größter Holzachterbahn, die im Freizeitpark Plohn steht. „Zu Ostern öffnen wir den Park, und dann wird die Bahn in Betrieb gehen. Ich denke, wir schaffen den Zeitplan“, so Freizeitpark-Geschäftsführer Lutz Müller.
Mit der Montage der zwölf Wagen, in denen die Gäste sich in rasanter Geschwindigkeit über die 725 Meter lange und 28 Meter hohe Achterbahn jagen lassen, hat man gestern den gigantischen Bau (fast) vollendet. Ab heute beginnt der Probelauf des 24-sitzigen Zuges – freilich noch unbemannt. Das geschieht unter den fachmännischen Augen des US-amerikanischen Achterbahn-Spezialisten „Great costers International“ und deren Tochterunternehmen Bauwerk aus Stuttgart. Dominierend auf der Baustelle ist derzeit die englische Sprache, hat doch die Mutterfirma etliche Bauarbeiter aus den Staaten nach Plohn geschickt. Von dem 5,1 Millionen teuren Bauvorhaben bekamen allerdings auch heimische Firmen ein Stück ab: Der VSTR Rodewisch setzte die Fundamente, Firma Riedel baute die Elektrik ein, ein Sägewerk aus Bärenwalde schnitt das speziell getrocknete, gewachsene und teilweise aus den Staaten stammende Kiefernholz zurecht.
Für die tägliche Wartung des Vergnügungsgiganten hat Erlebnispark-Chef Arnfried Völkel extra zwei Wartungsmechaniker eingestellt. Einer von ihnen ist der gelernte Tischler Markus Hanisch: „Täglich vor Parköffnung werde ich die ganze Bahn ablaufen, werde Kette und Bremsen prüfen und kontrollieren, ob es irgendwo Risse gibt.“
Bis auf einen Arbeitsunfall – der Arbeiter von „Bauwerk“ stürzte vorige Woche aus mehreren Metern Höhe von der Bahn – sei der Achterbahnbau bisher planmäßig verlaufen. „Dem Bauarbeiter geht es soweit wieder gut. In den nächsten Tagen wird er wieder einsatzbereit sein auf der Baustelle“, so Müller.
Rund 250 000 Besucher zählte der Park jährlich. Mit der neuen Attraktion wolle man die Besucherzahl nun noch um zehn Prozent steigern. Der Wermutstropfen für Besucher: Erwachsene zahlen ab neuer Saison 19 statt wie bisher 17,50 Euro, Kinder 16,50 statt 15 Euro. Ein Tribut an das bisher teuerste Fahrgeschäft.  Cornelia Henze




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