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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Fundstücke aus der Plauener Kläranlage
Plauen - Dunkel, schmuddelig und nicht ganz geruchsfrei ist es in der Plauener Kanalisation. Das Schmutz- und Abwasser der Stadt kennt nur ein Ziel: Die zentrale Kläranlage bei Alt-Chrieschwitz.
Schnell ist es passiert, da fliegt das Spielzeug des Nachwuchses oder die eigene Armbanduhr aus Versehen beim Spülen in die Toilette. Keine Chance mehr, das liebgewordene Stück hat den Abgang gemacht und sucht sich seinen Weg durch die Kanalisation in Richtung Kläranlage. Hier taucht früher oder später alles wieder auf und bleibt in einem der Filteranlagen hängen. "Auch Portemonnaies waren schon dabei", sagt Jürgen Lorenz von der zentralen Plauener Kläranlage bei Alt-Chrieschwitz.
Das Kanalnetz in Plauen hat eine Länge von 312 Kilometern. Das sind rund 20 Prozent vom gesamten Netz, das vom Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland (ZWAV) betrieben wird. Die Kanalisation besteht zum Großteil aus einem Mischsystem - Regenwasser und Schmutzwasser fließen gemeinsam in einem Rohr. Den Zustand des gesamten Netzes bewertet Uwe Donath vom ZWAV als gut. Seit 1990 sei die Hälfte des Plauener Netzes erneuert worden. Ein endloser Kreislauf ähnlich wie in der Kläranlage. "Wenn wir hinten fertig sind, können wir vorn wieder anfangen", sagt Donath. Allein in den nächsten fünf Jahren stünden Investitionen von rund 15 Millionen Euro an, heißt es. Zu den größten Vorhaben zählt die Sanierung des Hauptsammlers in Chrieschwitz. Er verläuft vom Elster Park bis zum Friesenbach. Zudem erfolgt die Kanalnetzerweiterung in Thiergarten, Preißelpöhl, Stöckigt und Milmesgrund.
Hochwasser stelle in der Regel keine unmittelbare Gefährdung für die Abwasseranlagen in der Stadt dar, sagt Donath. Allerdings komme es teilweise nach starken Regenfällen zu örtlichen Überlastungen des Netzes. Dazu zählen die Bereiche Seumestraße und Westend. Um die Situation hier zu verbessern, werden zwei neue Regenüberlaufbecken errichtet. Die Verbesserung des Hochwasserschutzes durch den Bau wird etwa drei Millionen Euro kosten, so Donath. Sicher sei man vor Hochwasser aber nie: "Wir werden in den nächsten Jahren immer wieder Regenereignisse haben, die unsere Netze überlasten. Damit wird man in Zukunft leben müssen."
Kläranlage Plauen
Die zentrale Plauener Kläranlage ist für das gesamte Stadtgebiet und die umliegenden Ortschaften zuständig. Die Anlage ist ausgelegt auf einen so genannten Einwohnergleichwert (EGW) von 140 000. Der EGW ist eine Mischung aus Einwohnerzahl und Industrie. Die Abwasserreinigungsanlage kann in der Stunde rund 2500 m³ Wasser aufnehmen. Etwa zwölf Stunden benötigt die Kläranlage für den gesamten Reinigungsprozess des Wassers.
Von Martin Reißmann
2010-08-18
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