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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Falschgeld in Hof und Plauen im Umlauf

080811 GeldIn Hof und Umgebung sind seit einigen Tagen „Blüten“ in Umlauf. Doch gefälschte 20-Euro-Scheine und falsche „Fünfziger“ tauchten davor bereits in Plauen auf.

Von Torsten Piontkowski

Plauen/Hof – Seit einigen Tagen sind in Hof und den umliegenden Landkreisen gefälschte 20-Euro-Scheine im Umlauf. Wie die Polizei informierte, bringen die Fälscher die Blüten vorwiegend in Einzelhandelsgeschäften „unter die Leute“. Sowohl in Hof, als auch in Bayreuth, Bamberg und Coburg wurde bereits mit Falschgeld bezahlt.

Aufgeflogen sind die Fälschungen, als die Geschäftsinhaber ihre Tageseinnahmen bei der Bank einzahlten. Die bisher entdeckten Scheine wurden zwar umgehend aus dem Verkehr gezogen, doch ähnlich einer Infektionsgefahr besteht durchaus die Möglichkeit, dass einige Blüten inzwischen auch den Weg nach Sachsen, besonders ins nahe gelegene Vogtland fanden.

„Infektionsgefahr“

Dies kann Magdolna König von der Plauener Verbraucherzentrale auf Vogtland-Anzeiger-Nachfrage zumindest indirekt bestätigen. Denn auch hier saßen unbescholtene, ahnungslose Bürger den Fälschern auf – und zwar einige Zeit, bevor deren Treiben in Hof und dem oberfränkischen Raum bekannt wurde. Frau König erinnert sich an einen Fall Mitte Juli und einen weiteren vor etwa zwei Wochen. Die „Besitzer“ suchten die Verbraucherzentrale auf, weil ihnen ein falscher „Fünfziger“ und ein ebenso getürkter „Zwanziger“ untergeschoben worden war. „Natürlich war ihnen das peinlich, die haben sich regelrecht geschämt“, sagt Frau König.

„Tatort“ Gaststätte

Daher ist es auch nicht auszuschließen, dass sich noch wesentlich mehr Falschgeld in Umlauf befinden könnte. Denn unangenehm ist es in jedem Falle, quasi „erwischt“ zu werden. Der gefälschte 50-Euro-Schein wechselte an einer Plauener Tankstelle den Besitzer, bei besagtem Zwanziger, war eine Gaststätte der „Tatort“, erinnert sich die Verbraucherschützerin. Der Wirt hatte ein irgendwie ungutes Gefühl.

Eine „Blüte“ untergeschoben zu bekommen, kann schnell gehen, weiß Frau König. Und auch, dass es immer wieder versucht werde, mal in längeren, mal in kürzeren Abständen. „Vor etwa zwei, drei Jahren waren in der Region schon mal verstärkt gefälschte 50-Euro-Scheine in Umlauf“, erinnert sie sich. Zwar würden ihren Informationen zufolge die ganz neu in Umlauf befindlichen 50 Euro-Scheine noch fälschungssicherer hergestellt sein, mit ein paar „Tricks“ lassen sich von jedem aber auch die bisherigen checken, sagt Frau König.

Die „Blüte“ erkennen

Hält man einen Schein beispielsweise ins Licht, wird eine in der Mitte über die gesamte Breite verlaufende Linie sichtbar, der so genannte Sicherheitsfaden. Ebenfalls ins Gegenlicht gehalten, erscheint auf jedem Schein das Wort „Euro“ und die Wertzahl ist wechselseitig richtig oder seitenverkehrt lesbar.

Zudem verfügen die echten Scheine über UV-Eigenschaften, für Fälscher relativ schwer zu imitieren. Im Papier befinden sich Fasern, die unter UV-Licht in den Farben Rot, Grün und Blau leuchten. Zudem fluoresziert die Europaflagge auf der Notenvorderseite in zwei Farben, auf der Rückseite geschieht dasselbe mit der Europakarte, der Brücke und dem Notenwert. Etwas komplizierter, aber für den Laien dennoch hinzubekommen: Die Abkürzungen der europäischen Zentralbank, die Wertzahl und die Abbildungen der Fenster und Tore heben sich fühlbar von der Oberfläche ab. Und nochmals zum Thema Gegenlicht: Den Schein ins Licht gehalten, wird ein Architekturmotiv und die Wertzahl als Wasserzeichen sichtbar.

Im Internet werden zudem Geräte angeboten, die optisch einem Filzstift ähneln. Gleite man mit dem über die Note, würden auch Fälschungen sichtbar, ergänzt Frau König, die diese Methode aber für relativ unzuverlässig hält.

Natürlich könne sich nicht jeder einen absolut sicheren Scanner zulegen – die Verbraucherschützer verfügen über ein derartiges Gerät – deshalb rät Frau König, seine „Scheine“ von der Sparkasse oder Bank zu beziehen. Da sei ein Risiko nahezu ausgeschlossen. Denn inzwischen dürfte es sich ja herumgesprochen haben, dass „Besitzer“ von Falschgeld im Wortsinne auf den „Blüten“ sitzenbleiben und keine Entschädigung erhalten. Es besteht vielmehr die Pflicht, das Geld bei der Polizei oder Banken abzuliefern.




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