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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Erlbacher lässt Steinie-Handgranate hochleben


071011 BierKlein, gedrungen, dickbäuchig statt schlank - so wollen die Biertrinker ihre Flasche. Die so genannte Steinie-Handgranate hat deshalb nach einer Umfrage auf Facebook auch in der kleinen Erlbacher Schaubrauerei Einzug gehalten.

Von Marlies Dähn

Erlbach - Standsicher ist sie, liegt gut in der Hand, hat einen gefällig niedrigen Schwerpunkt, ist gedrungen, bauchig und recht bruchsicher - die Steinie-Form einer Bierflasche. DDR-Biertrinker erinnern sich und nicht nur sie wollen die kleine bauchige wieder an ihrer Seite haben. "Das hat überraschend auch unsere Umfrage bei Facebook ergeben", lacht Brauer Stefan Weiske von der Erlbacher Schaubrauerei. Deshalb hat man die 0,33 Liter fassende Steinie-Handgranate wieder ins Sortiment genommen. Die kompakte Form führte einst zur Bezeichnung "Bombe" oder "Granate". Diese handliche Anwendung im Baugewerbe brachte ihr die Zusammensetzungen "Maurerflasche", "Maurerpulle" oder auch "Maurerbombe" ein. Daraus leitet sich dann "Maurerkiste" für den Kasten mit meist 30 Flaschen ab.

Für den Straßenverkauf ist es die kurze Flasche mit Kronenverschluss gedacht. In der Brauerei-Gaststube darf auch geplopt werden mit dem nostalgischen Schnappverschluss. Hier sind die bauchigen Bierflaschen natürlich teurer in der Herstellung und der Flaschenhals muss für den Schnapp-Bügel verlängert werden. 1953 kam übrigens diese spezielle Form erstmals auf den Markt, bevor sie nach und nach verschwand.

Die Nachfrage nach der bummeligen Flasche ist groß. Gut, dass Brauer Stefan Weiske für die Handwerkliche Schaubrauerei eine funktionstüchtige Etikettiermaschine von 1952 angeschafft hat, so entfällt das zeitraubende kleben per Hand.

Angesetzt ist auch das Erlbacher Kirwe-Bier, das vier bis sechs Wochen reifen muss, bevor es abgefüllt wird. 50 Liter Freibier zur Eröffnung rinnt dann in durstige Kehlen. Goldig wie der Herbst in diesem Jahr zeigt sich das helle Kirwe-Bock mit sechseinhalb Prozent Alkohol und 16 Prozent Stammwürze. Mit Wirtshausmusi wird am Freitag, 21. Oktober zum Kirwe-schlachtfest eingeladen.

Ob "Schwarze Seele", "Helles Bock" oder "Zwickelbier", jeder findet etwas nach seinem Geschmack. An jeden Montag, ab 14 Uhr, gibt es die Begrüßung der Urlauber durch den Bräu samt Führung durch das Brauhaus. Und bald zu haben sind auch wieder die einzigartigen, limitierten Kirwe-Shirts, die es nur im Brauhaus Erlbach gibt.

2011-10-07




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