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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Enka macht sich dünne

Enka1Elsterberg – Die 380 Mitarbeiter sind entsetzt: Die Enka macht sich dünne – im Wortsinne: Der Elsterberger Viskoseproduzent stellt die Produktion ein, drei Monate eher als angekündigt. „Wir haben gestern den Plan gemacht für den Kurbelbetrieb“, sagt Werkleiter Christian Bartsch.


„Die Maschinen werden nicht komplett stillgelegt: Sondern wir schicken verdünnte Spinnlösung durch die Leitungen. Das verhindert, dass sich Viskose in den Rohren festsetzt und ermöglicht, den Betrieb in wenigen Tagen wieder aufzunehmen“, erklärt der Werkleiter. Die Spinnlösung fließe direkt in die Kläranlage.


Richtiges Stilllegen des Betriebes würde bedeuten, die Maschinen zu konservieren. „Dann bräuchten wir gut zwei Wochen, um wieder hochzufahren“, sagt Bartsch. Aus seinen Worten scheint Hoffnung zu sprechen, dass es gelingt, eine Nachfolgeproduktion nach Elsterberg zu holen – wenigstens für einen Teil der Beschäftigten.
Bartsch hofft nach eigenen Angaben, nach Ostern ein Konzept vorstellen zu können, wie es am Standort weitergeht. Offiziell wird der Betrieb zum 30. Juni schließen. Bis dahin soll ein Sozialplan stehen.


Doch vorher muss ein Interessenausgleich mit dem Betriebsrat verhandelt werden – das ist noch nicht passiert. „Der Betriebsrat hat auf Empfehlung der Gewerkschaft einen Unternehmensberater eingeschaltet“, sagt Bartsch, der darauf verweist, dass auch noch Gefahr durch eine Insolvenz drohe: Dann wäre der Sozialplan in Gefahr.


Am 19. Februar war das Ende der Elsterberger Enka verkündet worden – zugunsten des Schwesternwerkes in Obernburg. Am 8. März waren rund 2000 Menschen in Elsterberg auf die Straße gegangen, um für den Erhalt des Standortes zu demonstrieren.


Und auch jetzt haben die Enka-Leute Hoffnung. „Obwohl das Runterfahren der Produktion ein neuer Schlag ist“, sagt Betriebsratsvorsitzender Klaus Wirth. „Aber wir kämpfen auf jeden Fall weiter.“ Nach Wirths Worten werden weitere öffentliche Aktionen vorbereitet, darunter eine Demonstration am 1. Mai. ufa




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