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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Enka-Ende in Elsterberg als Anfang?
In letzter Minute scheint das Werk des Garnherstellers Enka in Elsterberg, eine Chance zu haben - ganz anders als bisher und viel kleiner: Drei Investoren wollen den Standort übernehmen und eine Fabrik zur Metallbeschichtung aufbauen.
Das Konzept wurde gestern in einer Belegschaftsversammlung in der Enka-Kantine vorgestellt, zu der alle 340 Beschäftigten eingeladen waren. Enka-Werkleiter Christian Bartsch sprach von 150 bis 200 Arbeitsplätzen - in zwei bis drei Jahren. Dagegen legte sich der in Elsterberg wohnende Investor Horst Huß auf anfänglich 12 Arbeitskräfte fest und eine Investitionssumme von 12 Millionen.
Später sollten weitere 32 Millionen investiert werden bei 120 Arbeitsplätzen. Nach Huß' Angaben geht es um ein weltweit neues Verfahren: In einem Gasstrom sollen Metallteile eine Aluminium-Beschichtung erhalten - von Flugzeugteilen bis zu Schrauben. Bisher erfolgen Beschichtungen teuer in Tauchbädern.
Elsterbergs Bürgermeister Volker Jenennchen unterstützt die Pläne. "Es gibt keine Alternative: Hauptsache es entstehen Arbeitsplätze", sagte er vor den schätzungsweise 250 Leuten.
Laut Werkleiter Bartsch muss die Belegschaft in eine Transfergesellschaft wechseln. Als Alternative nannte er die Insolvenz. Außerdem müsse der Betriebsrat bis Freitag die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan abschließen.
Betriebsrat Klaus Wirth spricht von Erpressung: "Die Geschäftsführung setzt uns die Pistole auf die Brust." Mit dem sofortigen Wechsel in eine Transfergesellschaft würden den Mitarbeitern die Hände gebunden für Kündigungsschutzklagen. Der Betriebsrat versuche auf dem Gerichtsweg die Geschäftsführung zu ordentlichen Interessenausgleichsverhandlungen zu zwingen.
Die Enka-Chefs in Wuppertal hatten schon lange beschlossen, den Standort Elsterberg mit rund 340 Beschäftigten zum 30. Juni zu schließen - zugunsten eines Schwesternwerks im bayerischen Obernburg mit 240 Arbeitskräften. ufa
2009-07-01
Kommentar zu Enka-Ende in Elsterberg als Anfang??
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