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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Emotional führt Elsteraue

260112 WeststraßeWo entsteht Plauens Spitzenwelt? Im Weisbachschen Haus oder am Oberer Graben? Eine spannende Frage, mit der sich im März die Ausschussmitglieder befassen werden. Emotional spricht viel für den Standort an der Elsteraue.

Von Martin Reißmann

Plauen - Die Entscheidung für einen geeigneten Platz für das geplante Zentrum für Spitze und Stickereien rückt näher. Noch im Frühjahr soll der Standort feststehen. Im Duell stehen sich der Oberer Graben und das Weisbachsche Haus gegenüber. Emotional liegt bei vielen Plauenern das historische Haus an der Elsteraue vor. Doch sprechen auch die Zahlen für dieses Gebäude?

Im März sollen die Mitglieder der verschiedenen Ausschüsse in der Stadt über den aktuellen Kenntnisstand zu den beiden Standorten informiert werden. Nach deren Diskussion wird dann der Stadtrat anschließend das letzte Wort haben und eine Entscheidung beschließen.

Die Zahlen und Fakten, die im März präsentiert werden sollen, werden derzeit von Friedrich Reichel, Kulturdirektor der Stadt, zusammengetragen. Es laufe eine tiefgründige Analyse, heißt es. "Wir sind dabei, die positiven und negativen Elemente für die einzelnen Standorte in Abwägung zu bringen." Dabei werden die beiden Gebäude unter anderem in Größe, Machbarkeit und Umfeld gegenüber gestellt. Ein Standpunkt steht schon fest: "Es gibt keinen idealen Standort. Jeder ist anders und hat Vor- und Nachteile", sagt Reichel.

Fakt ist auch, dass die erneute Diskussion um einen passenden Ort für die Spitzenwelt das gesamte Branchen- und Tourismus-Projekt weiter nach hinten wirft. "Es ist erstmal ein Schritt zurück", der aber auch eventuellen Vorwürfen über die Standort-Entscheidung aus dem Weg gehe, meint Reichel.

Entfacht hatte im vergangenen Jahr die neue Standort-Debatte Stadtrat Bernd Stubenrauch (SPD). Er ist besonders auf die Ergebnisse der Untersuchung gespannt und hofft, gemeinsam mit den Fraktionen eine tragfähige Entscheidung für Plauen herbei zu führen. "Wobei meine Intension weit reichend ist, auch in Verbindung mit der möglichen Vergabe einer Landesgartenschau 2021", sagt Stubenrauch. Sein Herz schlägt für das Weisbachsche Haus. "Wenn ich mir die Elsteraue anschaue, ist das ein Gebiet, was es einfach verlangt, sich zu erneuern." Und die Zeit scheint wohl nie so reif gewesen zu sein wie jetzt. Dies meint ebenfalls Architekt Claus Weisbach.

Auch wenn das Weisbachsche Haus sein Elternhaus ist, könnte er ebenso mit dem Oberen Graben leben, sagt er. Den Architekten-Wettbewerb 2006 für den bisher favorisierten Ort beim Vogtlandmuseum betreute Weisbach damals mit. Kaum ein anderer kennt beide Standorte so gut wie er. Das Weisbachsche Haus hat der Architekt jetzt sogar umfangreich untersucht und auch ein Modell angefertigt. Und laut des Textentwurfs könnte es gehen, so Weisbach.

Die Gebäudestruktur bietete den benötigten Platz für das Spitzenzentrum. Die Quadratmeterzahl wäre ähnlich. Im Vergleich zum Oberen Graben könnte der Neubau im Weisbachschen Haus kleiner ausfallen, da auf eine größere Altbausubstanz zurückgegriffen werden kann. Auch ein Parkhaus müsste nicht gebaut werden, so Weisbach. Die Möglichkeiten des Standortes unterhalb der St. Johanniskirche seien einfach großzügiger. Im Weisbachschen Haus begann die Industrialisierung Westsachsens. Mit der Erlebniswelt würde das Gebäude wieder eine sinnvolle Nutzung erhalten. Und die Weisbachs würden die historische Immobilie in diesem Fall auch der Stadt schenken, sagt Claus Weisbach.

2012-01-26




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