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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Einigungsstelle soll Enka Elsterberg retten
Elsterberg – Der Betriebsrat hat den Glauben verloren – aber nicht die Hoffnung. „Wir glauben nicht, dass der Insolvenzverwalter alles tut, den Elsterberger Standort zu erhalten. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagt Klaus Wirth, Betriebsrats-Chef des Viskoseherstellers Enka, wo bis Sommer 340 Leute in Lohn und Brot standen.
Mit zwei Kolleginnen besuchte Wirth Freitag den Vogtland-Anzeiger. Alle drei machten auf die aus ihrer Sicht „enttäuschende Situation“ aufmerksam; der Insolvenzverwalter spreche nicht einmal mit dem Betriebsrat. Insolvenzverwalter Marcus Winkler kann die Kritik nicht verstehen. „Wir – meine Mitarbeiter und ich – machen unsere Arbeit überdurchschnittlich gut. Wir sind uns mit dem Betriebsrat einig, über Sozialplan und Interessenausgleich in der Einigungsstelle zu verhandeln.“ In der Tat: Der Betriebsrat richtet alle Hoffnung auf die von ihm angerufene Einigungsstelle unter Vorsitz eines Richters vom Arbeitsgericht Heidelberg/Mannheim. Doch dort soll es laut Wirth nicht nur um Sozialplan und Interessenausgleich gehen.
„Wir werden auch die Durchgriffshaftung ansprechen, die Frage nach den sechs Einzelgesellschaften der Enka, die es möglich gemacht haben, Ende 2008 rund 6,5 Millionen Euro in den Schwesternbetrieb nach Obernburg zu transfererien, um den Elsterberger Standort auszutrocknen; überhaupt: Elsterberg hat 34 Millionen Umsatz erwirtschaftet und eine Rendite von bis zu fünf Millionen.“ Wirth zufolge soll auch zur Sprache kommen, dass der Insolvenzverwalter die Beschäftigten schnell loswerden wolle: Die „unwiderrufliche Freistellung“ habe vielen langjährigen Enka-Leuten Verluste in der Arbeitslosenzeit gebracht.
Und Wirth nennt Winklers Investorensuche kritikwürdig: Es gebe kaum Werksbesichtigungen durch Investoren „und wenn, dann unter Führung des alten Werkleiters, der die Insolvenz beantragt hat und schon damals kein Interesse an der Fortführung der Enka hatte“. Insolvenzverwalter Marcus Winkler lässt das nicht gelten: Mehr als 80 Investoren seien angeschrieben, 40 erste Interessenbekundungen gebe es und einige hätten näheres Interesse bekundet. „Mehr kann ich aus Geheimhaltungsgründen nicht sagen.“ ufa
Bild:
"Die Vermutung liegt nah, dass der Insolvenzverwalter die Produktion nicht wieder anschieben will.“ Betriebsrätin Kerstin Schulze nimmt ihre Hände zu Hilfe, um die dramatische Situation der Enka zu schildern. Gemeinsam mit ihren Kollegen Daniela Kieselbach (Vertrauensfrau) und Klaus Wirth (Vorsitzender des Betriebsrats) berichtete sie über ihre Erfahrungen mit dem Insolvenzverwalter, den Elsterberger Standort zu erhalten oder wenigstens einen Sozialplan für die Beschäftigten auszuhandeln. Foto: mar
2009-10-10
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Kommentar von _ am 11.10.2009; 13:13:55 Uhr
Kommentar zu Einigungsstelle soll Enka Elsterberg retten
Wer in Deutschland einen Ladendiebstahl begeht bekommt Hausverbot und evtl.eine Geldstrafe. (Meiner Meinung nach-völlig korrekt!)Wer aber in Deutschland einen gesunden mittelständigen, von „Steuergeldern“ sanierten Betrieb wissentlich in den Ruin treibt und die Konten des gebeutelten Werkes plündert, der geht auch morgen noch „Grinsend“ ins selbige.