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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag

  310809 Abgeordnete Landtag Vogtland – Das Vogtland wird im künftigen Landtag mit sechs Abgeordneten vertreten sein. Frank Heidan, Jürgen Petzold, Andreas Heinz und Alfons Kienzle gelang es erneut, alle Direktmandate in ihren Wahlkreisen zu gewinnen. Über die Landesliste der Linken errang auch erneut Andrea Roth einen Sitz im Landesparlament.

 

Das Sextett aus dem Vogtland komplettiert der Jößnitzer Arzt Dr. Hans-Jürgen Schuster. Der Liberale profitiert von der deutlich gestiegenen Wählergunst für die FDP in ganz Sachsen. Erschreckend niedrig allerdings die Wahlbeteiligung mit rund 50 Prozent.  Im Wahlkreis 1, der Stadt Plauen, blieb es bis zum Ende der Auszählung spannend. Mit einem Hauch von nur 0,5 Prozent weniger Stimmen als Heidan (31,6 Prozent) verpasste Wolfgang Hinz (Linke) das Direktmandat und damit den Einzug in den Landtag. Dabei hatte Hinz ein sachsenweit beachtliches Ergebnis mit 31,1 Prozent Wählerstimmen vorweisen können. Da er von seiner Partei auf der Landesliste nur auf Platz 51 gesetzt wurde, konnte der 61-Jährige auch nicht auf einen Einzug in das Parlament auf diesem Wege hoffen. Anders seine Parteigenossin Andrea Roth. Ihr Listenplatz sicherte ihr einen erneuten Sitz im Landtag. Wie bereits bei der Wahl vor fünf Jahren, als Roth in ihrem Heimatort

 

Zum Thema:

>> Wahlnachlese: Stimmen zur Wahl im Vogtland

>> Sachsen: CDU bleibt stärkste Kraft

>> Umfrage: Welche Koalition ist die beste?

 

Linke im Vogtland stark

 

Tannenbergsthal mit 48,9 Prozent sachsenweit das beste Ergebnis für die Linke (damals noch PDS) erzielte, erreichte sie in dem Ort erneut ein solches Spitzenergebnis. Bei den Direktstimmen musste sie im Wahlkreis 3 aber den CDU-Abgeordneten Petzold erneut den Vortritt lassen. Dieser gewann mit 45,6 Prozent der Stimmen klar. Roth erreichte 24,3 Prozent. Spannend war es auch im Wahlkreis 4 mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen von gleich drei Bewerbern. FDP-Kandidat Dieter Käppel erreichte in dem Wahlkreis mit 21,8 Prozent das zweitbeste Ergebnis, doch für ein Direktmandat reichte es nicht. Das gewann mit 32,3 Prozent Alfons Kienzle (CDU). Auf Platz drei kam Henry Ruß (Linke) mit 21,4 Prozent. Im Wahlkreis 2 siegte Andreas Heinz (CDU) mit 45,6 Prozent klar vor Waltraud Klarner (Linke), die auf 24,3 Prozent der Stimmen kam.

 

Bilder zur Wahl im Vogtland: 

  Bilder zur Wahl Frank Heidan     Bilder zur Wahl Heinz/Petzold     Bilder zur Wahl Schuster

Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern!

 

SPD verliert


Der große Verlierer der Wahl war die SPD. Durch das schlechte Abschneiden der Partei in ganz Sachsen reichte es auch nicht im Vogtland für ein Mandat über die Landesliste. Auch die Grünen hatten sich mehr versprochen, hofften ebenfalls vergeblich auf ein Listen-Mandat. Stimmeneinbußen auch bei der NPD, doch erreichte sie im Vogtland noch immer über 4 Prozent der Stimmen. mt

 

Die Wahlkreise im Vogtland 

Wahlkreis 1 Plauen

Hauchdünn siegt Amtsinhaber Frank Heidan (CDU) im Wahlkreis 1 Plauen vor Wolfgang Hinz (Linkspartei): 31,6 Prozent zu 31,1 Prozent. In diesem Wahlkreis erreicht Hans-Jürgen Schuster (FDP) zwar nur 14,3 Prozent – trotzdem zieht er in den Landtag ein über die Listenplatzierung seiner Partei.

Wahlkreis 2 Vogtland I
Zufriedenheit bei CDU-Landtagskandidat Andreas Heinz, der seinen Wahlkreis Vogtland I verteidigt hat – mit 43,1 Prozent. „Ich bin zufrieden, wenngleich 60 Prozent mehr wären als 43 Prozent. Aber wenn man fast doppelt so viele Stimmen holt wie der Mitbewerber. Da kann man nicht meckern. Aber es ist auch kein Grund zum Nachlassen.“ Die Zweitplatzierte Waltraud Klarner (Linkspartei) kommt auf 23 Prozent.

Wahlkreis 3 Vogtland 2
Jürgen Petzold ist erleichtert und zufrieden über die 45,4 Prozent, die er im Wahlkreis Vogtland 2 erzielt hat. Rivalin Andrea Roth (Linkspartei) erreicht 24,6 Prozent – und zieht über die Liste in den Landtag ein. Petzold hat nach eigenen Worten fast nicht mit diesem aus seiner Sicht guten Ergebnis gerechnet. „Das ist ein persönlicher Erfolg, aber auch das Ergebnis angestrengter Arbeit von vielen Mitstreitern.“ Das Resultat sei ein Vertrauensbeweis und gebe ihm Kraft, sich weiter zu engagieren.

Wahlkreis 4 Vogtland 3
Alfons Kienzle hat es geschafft: Der CDU-Landtagskandidat behauptet den Wahlkreis Vogtland 3 gegen FDP und Linkspartei. Kienzle kommt auf 32,3 Prozent, Dieter Käppel (FDP) auf 21,8 Prozent und Henry Ruß (Linkspartei), der 21,4 Prozent holt. Kienzle bezeichnet sein Ergebnis als leicht verbessert zur vorigen Wahl. „Mein Sieg zeigt, dass meine Arbeit doch gewürdigt wird – sonst wäre ich nicht wiedergewählt worden“, sagt er. Was hat sich Kienzle vorgenommen? „Dort weitermachen, wo ich aufgehört habe, bei der Rodewischer Grundschule zum Beispiel oder der Umverlegung der Bundesstraße dort.“

 

Übersicht Vogtland (gesamt):

CDULinkeSPDFDPGrüneNPDsonstige
200941,1%22,7%10,7%9,8%4,0%4,5%6,6%
200439,6%23,8%10,2%6,7%3,3%9,5%6,6%

 

Wahlbeteiligung: 49 % (2004: 54%)

 

2009-08-31




Kommentar von _Holger Schmidt am 31.08.2009; 13:20:16 Uhr

Kommentar zu Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag

Bei solchen Ergebnissen fragt man sich doch stark ob die Plauner den herben Schlag des Kreisfreiheitsverlustes schon wieder vergessen haben. Mir fehlen die Worte wenn ich sehe das die Person, die bei der Abstimmung zum Verlustes der 100 jährigen Kreisfreiheit die Hand gehoben und dafür gestimmt hat, von den Plauenern mit 31,6 % gewählt wurde. Vielleicht erinnert man sich zumindest bis zur Bundestagswahl unter welcher Regierung unsere Soldaten schon längst mit im IRAK gestanden hätten. Einfach mal drüber nachdenken...

Kommentar von _Uwe gruber am 31.08.2009; 14:12:03 Uhr

Kommentar zu Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag

31,6 % Plauener waren dafür das Plauen die Kreisfreiheit verloren hat. Nun kann man gespannt wie oft man Herrn Heidan noch in Plauen sieht bzw. akkustisch war nimmt. Aber ich denke er kommt erst wieder wenn die nächsten Wahlen anstehen. Gratulation an Herrn Schuster wenigstens ein Lichtblick in Dresden. Schade für Herrn Hinz das es nicht geklappt hat, warum das zweitbeste Zugpferd dieser Partei nicht in den Landtag kommt ist mir unbegreiflich, den er hat das Zweitbeste Ergebnis in ganz Sachsen für seine Partei erzielt (31,1 %). Hier kommen eben andere mit nur 20 % in den Landtag.

Kommentar von _Holger Meyer am 31.08.2009; 18:38:28 Uhr

Kommentar zu Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag

31,6% der Plauener Wähler haben begriffen, dass der "Kreisfreiheitsverlust" weder ein herber Schlag war noch sonst negative Auswirkungen auf die Stadt hat. Diese Wähler denken nach vorne, an die Zukunft, sind offen für Veränderungen und klammern sich nicht ewig am status quo fest, ohne zu wissen, warum eigentlich. Und 31,1% der Plauener haben die SED, pardon, PDS, pardon, "Die Linke" gewählt. Und damit den Kandidaten, der als schlechter Verlierer mit Worten wie "Verräter" um sich wirft. Schon alles vergessen? "Einfach mal drüber nachdenken..." Herzlichen Glückwunsch an den fairen Gewinner, der sich so eindrucksvoll sowohl vor als auch nach der Wahl um seine Stadt kümmert.

Kommentar von _Holger Schmidt am 01.09.2009; 11:15:32 Uhr

Kommentar zu Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag

"31,6% der Plauener Wähler haben begriffen, dass der "Kreisfreiheitsverlust" weder ein herber Schlag war noch sonst negative Auswirkungen auf die Stadt hat." Lieber Namensfetter, ich möchte dich offen Fragen ob 1,5 Millionen Euro jährlich fehlende Fördermittel für Plauen und somit für die Region keine Auswirkungen sind? Ich bin mit Sicherheit nicht für unterpreveligierte Aussagen und Meinungen der Linken, deren Forderungen so unrealistisch sind, dass man diese eher mit einem Trailer für die HSP verwechseln kann. Jedoch denke ich, dass der Verlust der Kreisfreiheit deutliche Auswirkungen für die gesamte Region Vogtland hat und haben wird. Wie schon erwähnt Fördermittel die fehlen, der Abzug von Arbeitsplätzen wie zum Beispiel durch die Reform der Polizeidienststelle Plauen, die nun nur noch ein Revier und somit ettliche Planstellen verloren hat ist nur ein Beispiel, welche "Auswirkungen" ein Landesentwicklungsplan nach CDU Manier hat. Viele Grüße Holger

Kommentar von _D.Streich am 05.09.2009; 15:03:37 Uhr

Kommentar zu Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag

Bei 49% Wahlbeteiligung haben nicht 31,6% der wahlberechtigten Bürger Plauens vergessen, dass sie von Heidan verraten wurden, sondern ca. 15,5%.
Soviel Anhänger dürfte die CDU haben, die diese Partei immer wählen würden, selbst wenn der Landtag in Dresden Plauen zum Dorf degradieren würden.

Kommentar zu Diese Vogtländer vertreten uns im Landtag?

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