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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Woolworth: Plauen bleibt und Rodewisch wohl nicht

WoolworthPlauen – Bereits Anfang des Jahres ging unter den Mitarbeitern der Woolworth-Filialen die Angst um. Gerüchte machten die Runde, wonach das traditionsreiche Unternehmen mit 311 Filialen im gesamten Bundesgebiet in finanzielle Schieflage geraten sei.

 

Und diese Vermutungen bestätigten sich Mitte April. Die seit 83 Jahren agierende Kaufhauskette musste wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag stellen. Nur wenige Tage vorher nahm der glücklos agierende Vorstands-Chef Stefan Rohrer nach nur vier Wochen Amtszeit seinen Hut.


Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen bundesweit 9700 Mitarbeiter, etwa zwei Drittel davon Teilzeit- oder Aushilfskräfte. Mittlerweile, so der Frankfurter Insolvenzverwalter Ottmar Hermann, schrumpfte die Zahl auf 9300, ohne jedoch Kündigungen ausgesprochen zu haben. Verunsicherung herrscht bei den Mitarbeitern aber auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli, nachdem in den Wochen zuvor geprüft worden war, ob überhaupt genug finanzielle Mittel für einen solchen Schritt zur Verfügung stehen.
Im Vogtland ist Woolworth mit zwei Filialen präsent.

 

Das Geschäft in der Plauener Stadtgalerie gehört nach Aussage eines Sprechers aus dem Umfeld der Firmenzentrale mit insgesamt 24 Beschäftigten zu den Filialen mittlerer Größe. Damit gehört sie, wie unsere Zeitung auf Nachfrage erfuhr, zur Kategorie „überlebensfähig“, wenngleich Filialen mit 30 bis 40 Mitarbeitern die größten Chancen eingeräumt werden.
Dem Vernehmen nach haben kleinere Filialen, vor dem Hintergrund, dass etwa die Hälfte der Einrichtungen schließen müssen, nur geringe Chancen. Dies beträfe dann auch Woolworth in Rodewisch mit seinen insgesamt zwölf Mitarbeitern, von denen einige auf 400-Euro-Basis beschäftigt sind.

 

Eine konkrete Antwort war zwar nicht zu erhalten, ein mit den Sanierungsvorhaben Beschäftigter unterstrich aber am Beispiel Rodewisch, dass die soganannten Mini-Filialen wohl kaum gerettet werden können.


Momentan werde ein „passendes“ Konzept für die Weiterführung der rund 150 überlebensfähigen Einrichtungen erarbeitet. Darin werde man sich auch mit einer geänderten Angebotsstruktur beschäftigen. Bisher gehören zum Woolworth-Sortiment etwa 50 000 Artikel aus den Bereichen Bekleidung, Wäsche, Schreib- und Spielwaren, Haushaltswaren, Heimtextilien und Drogerieartikel. Und genau das scheint das generelle Problem von Warenhäusern in Zeiten der Rezession zu sein. Die Kunden wechseln vermehrt zu Discountern, die Warenhäuser bleiben auf hohen Unterhaltskosten sitzen und erwirtschaften kaum Rendite.


Bereits am 30. Juni lief das Insolvenzgeld aus, ein Investor hat sich bisher nicht gefunden. Seit Anfang dieses Monats wurden die Mitarbeiter – also auch die Plauener und Rodewischer – in eine Transfergesellschaft überführt, für zunächst sechs Monate. Diese Investition in ihre weitere berufliche Existenz verlangt den Mitarbeitern dennoch einiges ab: Mit ihrer Unterschrift für die Transfergesellschaft entfallen sowohl Urlaubsansprüche als auch Weihnachtsgeld. Aus dem „Pool“ der Transfergesellschaft können sich mögliche Investoren dann „preiswerte“ Beschäftigte heraussuchen. Informationen des „Spiegel“ zufolge hätten die Ketten dm und Tengelmann Interesse signalisiert. tp

 

2009-07-17




Kommentar zu Woolworth: Plauen bleibt und Rodewisch wohl nicht?

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